„Schlechte“ und „gute“ Fettzellen?

„Schlechte“ und „gute“ Fettzellen?

Unser Fettgewebe ist eine Form des Bindegewebes, das mehrheitlich aus Fettzellen besteht und das die Funktion hat, Fett sowie Flüssigkeit zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben. Es gibt weisses und braunes Fettgewebe, wobei das weisse sehr viel häufiger vorkommt als das braune. Diese beiden Typen unterscheiden sich voneinander in entscheidenden Punkten.

Das weisse Fettgewebe

Wird von Fettgewebe gesprochen, so meint man fürgewöhnlich das weisse. Weisse Fettzellen kommen vereinzelt fast im gesamten Körper vor. Im Fettgewebe sind diese Zellen in Läppchen oder Trauben zusammengefasst. Sie haben die Fähigkeit, Lipide aufzunehmen und zu speichern, wobei sie auf das bis zu 200-fache ihrer Größe anwachsen können. Weisses Fettgewebe gibt die gespeicherte Energie bei Nahrungsmangel wieder ab. So können Zeitabschnitte mit wenig oder gar keiner Nahrung überbrückt werden. Weisses Fettgewebe dient ausserdem auch als Isolationsschicht gegen Kälte und, an bestimmten Körperstellen, auch als sogenanntes Baufett, zum Aufbau druckelastischer Polster.

Das braune Fettgewebe

Braunes Fettgewebe dient ausschiesslich dazu, Wärme zu erzeugen. Man findet es vor allem bei Säuglingen, die noch nicht durch Muskelkontraktion, das sogenannte "Zittern" Wärme erzeugen können. Beim Erwachsenen ist nur noch sehr wenig davon vorhanden, z.B um die grossen Arterien, an den Nieren und unter den Achseln. Im braunen Fettgewebe sind die Lipidtropfen viel kleiner als im weissen, und die Fettzellen sind reicher an Mitochondrien, die bei der Wärmeumwandlung eine Rolle spielen.

Stimulierung der Bildung brauner Fettzellen im Tierexperiment

Durch Blockade des Hormons Neuropeptid Y, das den Appetit regelt, wurde bei Ratten festgestellt, dass nicht nur weniger Fett angesetzt, sondern dass gleichzeitig auch mehr Fett verbrannt wurde. Untersuchungen ergaben, dass sich das Fettgewebe bei den Versuchstieren anstatt mit weissen, mit braunen Fettzellen angereichert hatte. Diese braunen Fettzellen, die sich innerhalb des weissen Fettgewebes entwickelten, bauten nicht nur das selber gespeicherte Fett ab, sondern zapften das Fett aus benachbarten, weissen Fettzellen an und verbrauchten es zur Wärmeerzeugung.

Was könnte das, auf den Menschen übertragen, bedeuten?

Wenn der Körper dazu gebracht werden könnte, braune Fettzellen im Fettgewebe nachwachsen zu lassen, hätte die Medizin ein Mittel, gegen Fettleibigkeit vorzugehen. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten diese braunen Fettzellen dazu gebracht werden, überschüssiges Fett aus der Nachbarschaft abzubauen. Denkbar wäre dann zum Beispiel, dass sich eine fettleibige Person für einige Stunden in eine Wanne mit kaltem Wasser legt, und in dieser Zeit ein Kilo Fett abnimmt. Natürlich ist das Zukunftsmusik: Weder ist das im Tierversuch entwickelte Verfahren ausgereift und ohne weiteres auf den Menschen übertragbar, noch sind Risiken und mögliche Folgen eines solchen Vorgehens hinlänglich geklärt. Eine interessante Option wäre eine solche Therapie aber schon: Die Mediziner hätten eine zusätzliche Möglichkeit, übermässiges Fettvolumen abzubauen. Weitere Forschungen und Untersuchungen müssen nun klären, ob dieser Ansatz neue Strategien zum Fettabbau liefern kann.
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