DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Liposuction der männlichen Brust bei Gynäkomastie

Was versteht man unter Gynäkomastie (Männerbrust)?

Behandlung von Gynäkomastie durch FettabsaugungDie Gynäkomastie eine gutartige Vergrösserung der männlichen Brustdrüse. Sie kann einseitig oder beidseitig auftreten. Bei der Gynäkomastie handelt es sich nicht um eine Erkrankung. Vielmehr ist es ein Symptom, das auf eine hormonale Störung zrückgeht. Von der hormonell bedingten, der echten Gynäkomastie ist die sogenannte  "Pseudogynäkomastie" oder Lipomastie zu unterscheiden. Vom Aussehen her sind beide sehr ähnlich. Letztere ist aber keine Schwellung des Drüsenkörpers, sondern die  Vergrösserung der Brust durch Fett. Dabei ist der Drüsenkörper nicht vergrössert, also auch nicht tastbar.

Kurzinformationen

Beratungszeit 30 Minuten
Behandlungszeit 2 bis 3 Stunden
Anästhesie Lokal / Dämmerschlaf
Risiken Thrombose, Infektion, Gewebeverhärtungen, Dellen, vorübergehende Sensibilitätsstörungen, Wundheilungsstörungen
Arbeitsausfall 7 Tage
Kontraindikationen Diabetes, Gerinnungsstörungen, Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen
Sport/Sonne Sport nach 14 Tagen; Sonne nach sechs Wochen
Sichtbares Ergebnis Sieben Wochen
Endgültiges Resultat Nach vier bis sechs Monaten
Haltbarkeit der Wirkung Permanent
Kosten (CHF) ab 2.500

Was verursacht eine Gynäkomastie?

Die Gynäkomastie ist die Veränderung der männlichen Brust. Es gibt die eine normale und eine krankhafte Form.

Normale Veränderungen
Die als normal eingestuften (physiologischen) Veränderungen treten in folgenden Fällen auf:
  • Neugeborenengynäkomastie: Auslöser sind die weiblichen Hormone der Mutter, welche bei der Geburt über die Plazenta auf das Kind übertragen werden. Eine solche Brustschwellung geht beim Neugeborenen schnell wider zuück, weil die Hormone nach und nach abgebaut werden.
  • Pubertätsgynäkomastie: Sie entsteht in der Pubertät. Die männlichen Hormone bilden sich stufenweise im Fett- und Muskelgewebe, wobei das weibliche Geschlechtshormon (Östrogen/Östradiol) eine Hormonvorstufe der Andogene darstellt. Vorübergehend können diese, noch nicht weiter umgewandelten weiblichen Geschlechtshormone eine Schwellung der Brust bewirken. Sie bildet sich aber nach einiger Zeit meistens von selber wieder zurück.
  • Altersgynäkomastie: Wenn im Alter die Fettgewebsmasse zunimmt und gleichzeitig die Körpermasse abnimmt, kann es im Fettgewebe  zu einer vermehrten Umwandlung von männlichen Hormonen (Androgenen, z.B. Testosteron) in weibliche (Östrogene) kommen. Unabhängig davon nimmt im Alter die Bildung männlicher Hormone im Hoden ab, was das Phänomen verstärkt.
  • Pseudogynäkomastie: Dieses ist, wie bereits festgestellt, keine krankhafte Veränderung, sondern tritt bei z.B. allgemeiner Fettsucht (Adipositas) auf.

Krankhafte (pathologische) Veränderungen

Die echte Gynäkomastie tritt auf bei Hormonmangel an Androgenen, also bei zu wenig männlichen Hormonen (Hypogonadismus).

1.) Mangel an Androgenen
  • Ein Gendefekt bildet die häufigste Ursache für den Mangel an männlichen Hormonen (Klinefelter-Syndrom). Die davon betroffenen Männer haben genetisch bedingt ein zusätzliches X-Chromosom (weibliches Geschlechtschromosom). Bei ungefähr jedem Tausendsten Mann ist dieses der Fall.
  • Eine Androgenresistenz: Die männlichen Hormone sind zwar aureichend vorhanden, doch sie entfalten an den Zielorganen keine Wirkung. Die Wirkungen der weiblichen Hormone, die auch in jedem männlichen Körper vorhanden sind, überwiegen dann. Eine Folge davon ist, dass Hormone, die die Produktion der Geschlechtshormone stimulieren, vermehrt gebildet werden.
  • Ein Androgenmangel: Der männliche Körper produziert nicht mehr genügend männliches Hormon. Die Ursachen können Hodenentzündungen (bei Masern, Tuberkulose) oder Verletzungen sein. Oder, im Extremfall, die Kastration, z.B. wenn die Hoden infolge einer Krankheit operativ entfernt werden mussten. Wenn die Hoden in der Embryonalentwicklung nicht angelegt worden sind (Hodenagenesie), ist die Hormonproduktion von Geburt an nicht möglich.
2.) Verstärkte Östrogenproduktion
Bei Transsexuellen ist das Wachsen der Brüste erwünscht. Dieses kann z.B. durch eine Östrogentherapie stimuliert werden.

3.) Chronische Erkrankungen:
  • Leberzirrhose: Bei geschädigter Leber kann Östrogen, als Vorstufe männlicher Hormone, immer weniger abgebaut bzw. umgewandelt werden. Die Bildung von männlichen Hormone ist dadurch gestört.  Es herrscht ein Überschuss an weiblichen Hormonen.
  •  Alkoholmissbrauch: Einerseits bewirkt chronischer Alkoholmissbrauch letztendlich eine Leberzirrhose, die ihrerseits eine Gynäkomastie auslösen kann. Andererseits wird die Produktion männlicher Geschlechtshormone gebremst durch die verminderte Aktivität der Hirnanhangsdrüse, die die Bildung der Sexualhormone steuert.
  • Niereninsuffizienz
4.) Medikamente als Auslöser der Gynäkomastie
Gynäkomastie wird hervorgerufen z.B. bei einer Behandlung mit weiblichen Hormonen oder einer Therapie mit Antagonisten (Gegenspielern) männlicher Hormone. Solche Massnahmen dienen z.B. der Bekämpfung von Prostatakrebs oder von Hodentumoren. Einige Medikamente bewirken Gynäkomastie, wobeit die Wirkungsweise bei vielen dieser Präparate noch nicht exakt geklärt worden ist: Spironolacton (ein Medikament zur Entwässerung), H2-Blocker (zum Magenschutz), Antidepressiva und Psychopharmaka. Auch Heroin und Methadon können bei längerer Einnahme Gynäkomastie auslösen .

5.) Hyperprolaktinämie
Die Hirnanhangsdrüse stellt Prolaktin her, ein Hormon , das in der Schwangerschaft die Brustdrüsen stimuliert. Bei starkem Stress kann es ebenfalls zu einer vermehrten Ausschüttung dieses Hormons kommen. Oder es kann ein Tumor die vermehrte Produktion von Prolaktin verursachen. Die Folge davon ist eine beidseitige Vergrösserung der Brustdrüse.

6.) Brustkrebs
In seltenen Fällen tritt Brustkrebs auch bei Männern auf. Beim Mann stellt Brustkrebs nur 0,5 % der bösartigen Tumore dar.

Wie wird die Diagnose Gynäkomastie (Männerbrust) gestellt?

Vor und nach einer Gynäkomastie durch FettabsaugungBei Verdacht auf Männerbrust wird eine sorgältige Anamnese, eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Erörtert wird, welche Medikamente eingenommen werden und ob die Leber richtig arbeitet. Tritt die Gynäkomastie akut auf und verursacht sie Spannungsgefühle und Schmerzen, dann kann sie durch einen Tumor ausgelöst worden sein. Die Anamnese umfasst die genaue Untersuchung der Brüste und auch des Hodens. Es wird Blut abgenommen, damit der Hormonstatus und die Leberwerte exakt bestimmt werden. Um einen Brustkrebs ausschliessen zu können, führt man eine Ultraschalluntersuchung der Brust und gegebenenfalls auch eine Mammographie durch. Abgesehen davon kann zur Sicherheit auch ein Lungenröntgen und eine Ultrabeschallung des Oberbauchs zur Verortung von Leber, Niere und Nebenniere erfolgen.
 

Wie behandelt man eine Gynäkomastie?

Operative Entfernung von Brustdrüsengewebe durch Minischnitt an der Mamillengrenze bei GynäkomastieBei der echten Gynäkomastie müssen die Ursachen bekämpft werden.
Bei einer Pseudogynäkomastie oder Lipomastie wird das überschüssige Fett mittels Fettabsaugung entfernt. Sofern Veranlassung dazu besteht, kann auch Brustdrüsengwebe operativ entfernt werden. Die Operation ist vom medizinischen Standpunkt  nicht notwendig, da es keine Krankheit ist. Doch kann die psychische Belastung beim Patienten so gross werden, dass die Liposuction ratsam wird.

Liposuction bei Gynäkomastie bzw. Pseudogynäkomastie

Vorgehen bei der Fettbsaugung: Die Tumeszenzlösung wird in das Unterhautfettgewebe der Brust infiltriert. Die Brustdrüsen werden kontrolliert. Wird eine Vergrösserung der Brustdrüsen festgestellt, dann entfernt man das knotige Gewebe operativ. Im zweiten Schritt wird dann das Fettgewebe mit feinen Vibrationskanülen abgesaugt.

Besonderheiten bei der Fettabsaugung der Männerbrust: Wichtig ist es, sehr oberflächlich abzusaugen. Dadurch wird erreicht, dass sich die Haut infolge der Wundheilung verstärkte zurückzieht und strafft. Die Einstichstellen der Kanülen werden so gewählt, dass die Narben entweder im unteren, äusseren Brustbereich oder im braunen Hof der Brustwarzen entstehen. Nach der Liposuction wird für mindestens 3 Wochen ein Brustgurt oder ein Mieder getragen. Die Zeitspanne ist abhängig davon, wie elastisch Haut im Brustbereich ist.

Risiken bei der Fettabsaugung an der Brust

Allgemeine Gefahren: Wie bei allen Liposuctionen, vorübergehende Gefühlsstörungen sowie Blutergüsse.
Ergebnisse: Bei richtiger Technik und exakter Ausführung ist das Resultat ausgezeichnet. Die Haut zieht sich wunderbar zurück: So kommt "Mann" zu einer straffen Brust.

Männerbrust

Die echte Gynäkomastie (Männerbrust) ist keine Krankheit, sondern meistens eine leichte hormonelle Störung, die sich oft von selbst zurückbilden kann. Sind Medikamente die Auslöser, so sollten sie abgesetzt werden.
Ist ein Mangel an Androgenen vorhanden, so wird dem Körper männliches Hormon hinzugegeben. Bei einem Überschuss an Prolaktin wird eine Behandlung mit dem Gegenspieler (Dopaminantagonisten)  eingeleitet. Werden hormonproduzierende Tumore festgestellt, entfernt man sie operativ.  Kommt es nach Behandlung der Krankheit, die die Gynäkomastie ausgelöst hat, nicht zur Rückbildung der Symptome, dann empfiehlt sich auf jeden Fall die operative Entfernung des Brustdrüsengewebes..

Die Bestrahlung des Brustbereichs bei Gynäkomastie ist nicht ratsam, weil dadurch das Risiko eines Brustdrüsenkrebses erhöht wird.