DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99
27.03.2019

Modellierung am Nacken und am Hals durch Liposuction

Der Hals und der Nackenbereich gehören nicht zu den Regionen, an denen häufig Fett abgesaugt wird. Weit häufiger als hier wird die Liposuction zur Anpassung und Formung der Körpersilhouette jedenfalls in anderen Körperbereichen (man kann sie auch als Problemzonen bezeichnen) eingesetzt. Doch sind Nacken und besonders der Hals exponierte Körperteile, die den Blicken der Betrachter sehr stark ausgesetzt sind. Haben sich hier auffällige Fettpolster angesetzt, die dem ästhetischen Gefühl widersprechen, so wird man sich zu Recht Gedanken machen, wie diese Ansammlungen reduziert werden können. Die natürliche Methode, Fett durch Umstellung der Ernährung sowie viel Bewegung und gegebenenfalls gezielter Gymnastik wegzubekommen, funktioniert an Nacken und Hals in nur bedingtem Masse. Eine Fettabsaugung hingegen kann zu einer Formverschönerung durchaus gut beitragen, wenn dabei auch weniger eine Volumenreduzierung im Vordergrund stehen kann, sondern eher eine Modellierung zur besseren Formgebung stattfinden wird.

Wie entstehen Fettablagerungen an Hals und Nacken?

Die individuelle Veranlagung, an bestimmten Körperteilen weniger oder mehr Fett einzulagern, ist genetisch festgelegt. Einige Personen neigen dazu, gerade an diesen Körperpartien überproportional viel Fett anzusetzen. Bei ausgeprägtem Fettansatz im Nacken spricht man volksmundlich vom sogenannten Stiernacken. Es ist hier aber oft nicht allein Fett im Spiel, sondern nicht selten auch eine besonders kräftige Nackenmuskulatur. Handelt es sich jedoch überwiegend um Fettgewebe und Fett, kann die Ursache manchmal auch in einer Erkrankung liegen (z.B. bei Vorliegen des Crushing-Syndroms), so dass im Vorfeld eine sorgfältige Diagnose zur Ursachenermittlung dringend anzuraten wäre. Fettansammlungen im Halsbereich treten oft parallel zu einem entstehenden Doppelkinn auf. Wenn die gut gefüllte Fettgewebsmasse der Halsregion durch die Schwerkraft nach unten rutscht (was mit zunehmendem Alter infolge der schwächerwerdenden Bindegewebsstruktur zusammenhängt), so sammeln sich gerade im unteren Halsbereich unschöne Halsringe, die nur schwer „wegtrainiert“ werden können.

Wie verläuft eine Fettabsaugung in der Hals- und Nackenregion?

Hals und Nacken sind Körperzonen, die mit besonders vielen Nerven- und Blutgefässbahnen durchzogen sind. Entsprechend sorgfältig muss bei einer Fettabsaugung in diesen Bereichen vorgegangen werden, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Der Operateur sollte daher viel Erfahrung mitbringen und entsprechendes Geschick an den Tag legen. Die Liposuction erfolgt in Lokalanästhesie, durch Vibrationslipolyse im Tumeszenz-Verfahren. Gearbeitet wird mit feinsten Kanülen. Essentiell ist dabei, in diesen Regionen nicht zu viel Fettgewebe abzusaugen. Um eine gute Form zu erreichen, muss der behandelnde Arzt sich besonders auf die Modellierung konzentrieren. Im Zuge der Fettabsaugung wird ausserdem danach getrachtet, durch bewusst herbeigeführte kleine Verletzungen in der Dermis eine Kollagenneubildung anzuregen, die dann eine Hautstraffung herbeiführt. Dabei dürfen jedoch keine grösseren Blutgefässe und schon gar nicht wichtige Nervenbahnen in Mitleidenschaft gezogen werden. Das gleicht manchmal einer Gratwanderung. Bei einer Fettabsaugung in diesen Regionen sollte man sich jedenfalls besser einem Könner auf diesem Gebiet anvertrauen.

Welches sind die Ergebnisse, welches die Risiken?

Weil es um einen Eingriff geht, bei dem nur relativ wenig Fett- und Fettgewebsmasse entfernt werden darf, kann eine Volumenreduzierung nicht im Mittelpunkt stehen. Personen mit besonders ausgeprägten Fettansammlungen an Hals und Nacken kann daher nur bedingt geholfen werden. Zur Formverbesserung hingegen eignet sich hier eine Fettabsaugung hervorragend. Einmal erzielte Ergebnisse lassen sich sehen, und sie sind auch permanent. Wie bei allen Eingriffen durch Liposuction ist nach dem Eingriff mit gewissen Begleiterscheinungen zu rechnen. Dazu zählen Hämatome, Gewebsverhärtungen und manchmal auch Sensibilitätsstörungen. In den meisten Fällen gehen diese, sofern sie auftreten, nach zwei bis maximal drei Wochen wieder zurück. Zur Ergebnisverbesserung ist das zeitweilige Tragen eines Druckverbandes sehr zu empfehlen. Das endgültige Resultat wird sich nicht sofort, sondern erst nach etwa anderthalb Monaten abzeichnen.