DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Zur Faltenunterspritzung verwendete Füllmaterialien und Filler

Sanfte, nicht operative Methoden zur Verschönerung der Haut sind in den letzten Jahren weltweit auf dem Vormarsch. Die Hautauffrischung zur Faltenbehandlung durch Faltenunterspritzung mit Füllmaterialien ist eine inzwischen bewährte und wirkungsvolle Methode. Sie wird auch zur Gesichtskonturierung (Gesichtsmodellage), Volumenformung und Lippenverschönerung angewendet. Die eingesetzten Füllmaterialien werden auch „Filler“ genannt.

Schon seit vielen Jahren hat sich die Unterspritzung in der ästhetischen und kosmetischen Medizin als eine effiziente Vorgehensweise zur Eindämmung von Gesichtsfalten und zum Aufbau von Volumen durchgesetzt. Je nach Einsatzort verwendet man dabei ganz unterschiedliche Filler: Für jeden Bereich gibt es die geeigneten Materialien, seien es Filler zur Unterspritzung von Gesichtsfalten, zur Halsstraffung, zur Wangenauffüllung, zur Lippenformung, oder seien es solche gegen Augenringe, gegen Stirnfalten oder gegen Glabellafalten.

In Westeuropa ist der Kosmetikmarkt für Fillerprodukte inzwischen sehr umfangreich, und er wächst ständig weiter. Mittlerweile besteht eine Auswahl zwischen etwa 80 - 100 verschiedenen Fillern. Unter dieser grossen Anzahl an unterschiedlichen Präparaten den geeignetsten Filler auszusuchen, ist nicht immer einfach. Aber nicht nur vorgefertigte Filler-Produkte können verwendet werden. Als Füllmaterialien dienen auch solche, die dem eigenen Körper entnommen, aufbereitet und zur Hautverjüngung eingesetzt werden: Eigenkollagen, Eigenfett, Plasmagel usw.. Körpereigene Füllmaterialien sind besonders verträglich, weil sie keine Allergien hervorrufen können.

Unterscheidungskriterien für Füllmaterialien

Filler lassen sich mittels folgender Kriterien voneinander unterscheiden:
  • Biologisch abbaubare oder biologisch nicht abbaubare Filler,
  • Filler aus körpereigenem Material oder solche aus Fremdmaterial (synthetische Filler),
  • nach Dauerhaftigkeit oder Haltbarkeit des erzielten ästhetischen Effektes,
  • je nach der Beschaffenheit der Inhaltsstoffe.
Die biologisch abbaubaren Filler werden  von körpereigenen Enzymen nach und nach abgebaut. Der Abbaurozess dauert von mehreren Wochen bis zu spätestens etwa 12 Monaten. Abbaubare, biologische Filler werden durch bakterielle Fermentation oder aus tierischen Produkten hergestellt. Es handelt sich dabei vor allem um Hyaluronsäure, die bearbeitet und durch spezielle Verfahren vernetzt wird sowie um Kollagene. Die biologisch nicht abbaubaren Filler sind permanente Füllmaterialien. Sie werden immer synthetisch hergestellt. Ihr Einsatz birgt ein höheres Risiko für das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen. Anders verhält es sich bei den dem eigenen Körper entzogenen Stoffe wie z.B, Eigenfett oder das Plasma aus Eigenblut: Es sind sogenannte körpereigene Substanzen, und bei ihrer Anwendung besteht kein Allergierisiko. Darum bieten sie den höchsten Sicherheitsstandard und sind inzwischen zunehmend im Trend.

Wie werden Hyaluronsäure und Kollagene abgebaut?

Bei Hyaluronsäure ist die Wirkungsdauer abhängig vom Grad der Vernetzung. Hyaluronsäurefiller werden vom Körper in zwei Schritten zu Wasser und CO2 abgebaut. Dabei vollzieht sich der erste Abbauschritt in der Haut, dort wo der Filler plaziert wurde. Bei quervernetzten Fillern trennt sich zuerst die Vernetzung, dann löst sich innerhalb etwa eines Jahres die Hyaluronsäure selber nach und nach auf, sickert ins Unterhautgewebe, wo sie ins Gewebeblut gelanget und von den Kapillaren resorbiert wird. Sind die abgebauten Bestandteile der Hyaluronsäure aus der Haut einmal ins Blut gelangt, so werden sie in die Leber  transportiert, wo sie im zweiten Schritt vollständig abgebaut werden. Der Abbauweg ist bei allen abbaubaren, gut gereinigten Filler der gleiche, er unterscheidet sich lediglich in der Zeit, die für den Abbau benötigt wird, wobei quervernetzte bzw. hochgradig vernetzte Produkte entsprechend länger halten.