DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99
15.02.2019

Die Behandlung der Männerbrust (Gynäkomastie) durch Liposuction

Die männliche Brustpartie ist im Idealfall breit und muskulös und unterscheidet sich in Form und Aussehen prägnant vom weiblichen Busen. Zwar ist auch bei Männern in gewissem Umfang Brustdrüsengewebe vorhanden, doch wird das Wachstum dieses Gewebetyps durch hormonelle Steuerung gering gehalten, so dass es nicht zu einer vergrösserten Ausformung wie bei Frauen kommt. Brüste sind die typisch weiblichen Ausprägungen dieses Körperbereichs, und sie gelten daher zu Recht auch als unmännlich. Beginnt bei Männern der Brustbereich weibliche Formen anzunehmen, so beruht das oft auf hormonelle Störungen, zumindest dann, wenn es um eine Anschwellung der Drüsenkörper geht. Es liegt dann eine  Gynäkomastie vor. Genauso gut kann es aber auch lediglich eine vermehrte Fettansammlung in diesem Bereich sein. Dann handelt es sich um eine sogenannte Pseudo-Gynäkomastie (oder Lipomastie). Vom Aussehen her sind beide Formen voneinander nicht zu unterscheiden. Betroffene Männer können durchaus darunter leiden, wenn ihr Brustbereichs eher weibliches Formen annimmt. Zumeist ist eine Liposuction der Männerbrust dann der einzige Ausweg, hier Abhilfe zu verschaffen.

Echte Gynäkomastie

Bei einer Veränderung der männlichen Brust sollte immer zunächst eine sorgfältige Abklärung der Ursachen vorgenommen werden. Dafür bedarf es einer sehr gründlichen Anamnese, bei der unbedingt auch der Hormonspiegel geprüft werden muss. Eine Gynäkomastie kann eine normale Veränderung sein, die infolge einer eher unbedenklichen hormonellen Veränderung eintritt, und zwar immer dann, wenn ein Mangel an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) bzw. ein Überschuss an weiblichen hormonellen Wirkstoffen (Östrogenen) vorherrscht. Weil die beiden Hormontypen sich unter bestimmten Bedingungen in die jeweils gegenteilige Form umwandeln können, handelt es sich hier meistens nicht um eine krankhafte Veränderung, sondern allenfalls um eine Störung. So beruht die Brustschwellung bei der Pubertäts-Gynäkomastie auf eine Hormonumstellung, die meistens von selber wieder zurückgeht. Die Alters- Gynäkomastie erklärt sich durch einen natürlichen Rückgang bei der Produktion von Androgenen. Echte Gynäkomastie ist hingegen eine Hormonmangelerscheinung, und tritt oft als Folge einer anderen, manchmal ernsthaften Erkrankung auf. Sie gehört behandelt, indem die Ursachen ermittelt und sodann therapiert werden.

Absaugung bei Männerbrust (Gynäkomastie)

Bei echter Gynäkomastie müssen die auslösenden Faktoren bestimmt werden. Erst wenn das Krankheitsbild feststeht, und wenn nach einer präzisen Diagnosestellung das Entfernen von Brustdrüsengewebe sinnvoll erscheint, kann dies im Zuge einer Liposuction erfolgen. Im Regelfall wird die Fettabsaugung der Männerbrust dementsprechend nicht bei echter Gynäkomastie, sondern zumeist bei der Pseudo- Gynäkomastie (Lipomastie) durchgeführt. Denn hier geht es um ein Zuviel an Fett und Fettgewebe, das der männlichen Brust den Anschein eines weiblichen Busens verleiht. Allerdings besteht auch hier die Option, gegebenenfalls Teile des Brustdrüsengewebes gleichzeitig mit zu entfernen. Wenn Veranlassung dazu besteht, wird beim Eingriff dann vorab das knotige Drüsengewebe operativ entfernt. Im darauffolgenden Schritt wird eine klassische Fettabsaugung mittels Infiltration von Tumeszenzlösung sowie der Ablösung von Fettgewebe im Vibrationsverfahren durchgeführt. Hierbei werden Fett und Fettgewebe aus relativ oberflächlichen Schichten abgesaugt, wodurch erreicht werden soll, dass es zu einer besonders guten Hautstraffung infolge der einsetzenden Wundheilung kommt.

Begleiterscheinungen und Ergebnisse

Die Einstichstellen bei der Liposuction werden so gewählt, dass die entstehenden Narben nachher kaum zu erkennen sind. Spezielle Risiken sind bei Liposuction der Männerbrust nicht zu erwarten. Im Normalfall sind Blutergüsse und Hämatome nicht zu vermeiden. Als Begleiterscheinungen können Gefühlsstörungen im abgesaugten Bereich auftreten, die jedoch nach einiger Zeit von selber zurückgehen. Nach dem Eingriff muss muss für mehrere Wochen ein Kompressionsmieder oder ein Brustgurt getragen werden, damit die Hautstraffung optimal verläuft. Das Resultat selber ist bei richtiger Technik und präziser Ausführung äusserst gut. In aller Regel wird das Ergebnis auch anhalten, da entferntes Fettgewebe sich nicht wieder zurückbildet.