DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99
03.12.2018

Faltenunterspritzung und Gesichts-Volumenaufbau beim Mann

Immer mehr Männer legen heutzutage Wert auf ein gepflegtes Äusseres. Vor allem im Gesicht, wo das Alter auch beim Mann deutliche Spuren hinterlässt, sind Verschönerungsmassnahmen mittlerweile gang und gäbe. War es bis vor nicht allzu langer Zeit die absolute Ausnahme, einen Mann im Kosmetikstudio oder beim kosmetischen Dermatologen anzutreffen, so ist heute schätzungsweise jeder sechste Kunde inzwischen ein Mann. Behandlungsziel ist zumeist, das Gesicht frischer, gepflegter und freundlicher aussehen zu lassen. Alterungsspuren komplett beseitigen zu wollen, würde in vielen Fällen unnatürlich aussehen. Ausserdem ist bei Männern die Tendenz, möglichst jugendlich zu erscheinen, weniger ausgeprägt als bei Frauen. Schliesslich kann ein männliches Gesicht, das eine gewisse Reife ausstrahlt, auf das andere Geschlecht durchaus attraktiv und anziehend wirken.

Faltenentstehung beim Mann

Die Ursachen der Faltenbildung ist bei beiden Geschlechtern die gleiche: dünner werdende Haut, Nachlassen der Elastizität und Spannkraft im Bindegewebe, Abbau der körpereigenen Hyaluronsäure, Veränderungen im Unterhautfettgewebe, Kontraktion von Gesichtsmuskeln. Doch bilden sich Falten beim Mann in der Regel etwas später aus als bei der Frau, weil ihre Bindegewebsstruktur anders geartet ist. Dafür entwickeln sie sich von der Ausprägung her umso deutlicher: Falten sind bei Männern generell tiefer und prägnanter, und tiefe Furchen können dann durchaus störend wirken. Auch wenn die Faltenentstehung bei Frau und Mann von den gleichen Faktoren verursacht werden, so machen sich doch die geschlechtsspezifischen Unterschiede auch hier bemerkbar. Das gilt sowohl für die mimischen, als such für die sogenannten orthostatioschen Falten. Beim Mann ist die Gesichtsmuskulatur kräftiger, so dass die durch die Kontraktion der mimischen Muskeln hervorgerufenen  Falten sich tiefer ausprägen, zu sehen z.B. bei der Zornesfalte. Weil Männer weniger Unterhautfettgewebe haben als Frauen, wird sich bei ihnen auch weniger Volumen nach untern verlagern. Ausserdem ist ihr Bindegewebe fester. Also werden die Schwerkraftfalten sich tendenziell weniger deutlich ausbilden. Hingegen sind Männer in der Regel häufiger Wind und Wetter ausgesetzt, so dass ihre Haut eher strapaziert wird und auch die aktinischen Falten bei ihnen häufiger und deutlicher entstehen. Strapazierte Haut, die nicht regelmässig gepflegt wird, legt sich mit zunehmender Hautalterung leichter in Falten, zumal wenn sie an Dicke und Elastizität einbüsst.

Wie eine Faltenbehandlung beim Mann abläuft

Weil Falten bei Männern sich viel tiefer eingraben als bei Frauen, lassen sie sich auch schwerer gänzlich beseitigen. In vielen Fällen wird es aber ausreichen, die Furchen abzuschwächen, dem Gesicht dadurch an Strenge zu nehmen und es freundlicher aussehen zu lassen. Vor allem die Zornesfalte, die beim Mann besonders häufig auftritt, gilt es zu reduzieren, was mittels Botulinumtoxin kombiniert mit einem Hyaluronsäurefiller bewerkstelligt werden kann. Der Gesichtsausdruck wird dadurch merklich abgemildert. Auch die häufig auftretenden horizontalen Stirnfalten werden mit einer solchen Kombinationstherapie behandelt. Mimische Falten sind auch die sogenannten Krähenfüsse seitlich an den Augen, die man mit Botulinumtoxin glätten kann. Die Nasolabialfalten oder Nasenlippenfalten, die durch Absinken der Wangen entstehen, werden ebenfalls häufig korrigiert, und zwar durch Unterspritzung mittels Hyaluronsäure-Präparaten. Eine Faltenbehandlung wird beim Mann etwas kostspieliger ausfallen als bei Frauen, weil in der Regel bei ihnen mehr Material eingesetzt werden muss. Nach Behandlung sind keine gravierenden Nebenwirkungen zu erwarten, die einen daran hindern würden, sich am Folgetag in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Volumenaufbau beim Mann

Volumenverlust macht sich auch im männlichen Gesicht im Verlauf der Alterung bemerkbar, wenn auch weniger ausgeprägt als bei Frauen. Auch bei Männern lässt die Festigkeit der Bindegewebestruktur nach, und ganze Gesichtspartien wandern langsam nach unten. Dadurch entsteht Volumenverlust in höher gelegenen Gesichtsarealen, dem Bereich der Wangenknochen, der Schläfen und des Jochbeinbogens. Durch eine Volumentherapie lässt sich verlorengegangene Substanz wieder ersetzen. Die Gesichtszüge werden dadurch harmonisiert und in ihre ursprüngliche Form gebracht. Eingesetzt werden dabei Materialien auf Basies von mehrfach vernetzter Hyaluronsäure. Solche Filler haften fest am injizierten Ort, sind gut modellierbar und werden nur sehr langsam vom Körper abgebaut, so dass das Resultat häufig erst nach zwei Jahren nachzulassen beginnt.