DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Die Körperzonen, die von Hyperhidrose betroffen sein können

Das normale Schwitzen selber hat zwei mögliche Auslöser: Es ist entweder thermoregulatorisch bedingt, also um zu verhindern, dass die Körpertemperatur zu stark ansteigt (wobei hauptsächlich der Hypothalamus dafür verantwortlich ist). Oder das Transpirieren hat emotional Ursachen (und wird in diesem Fall vom limbischen System gesteuert). Bei primärer Hyperhidrose handelt es sich meistens um emotionales Schwitzen. Wir wollen uns nun etwas näher ansehen, wo vermehrt geschwitzt wird.

Das „normale“ Schwitzen

Bei normalem Schwitzen produzieren vor allem ekkrine Schweissdrüsen zumeist zu thermoregulatorischen Zwecken das Schweisssekret, das durch die Poren nach aussen tritt. Hier sind die vordere und die hintere Schweissrinne zu nennen: Die vordere verläuft am Rumpf zwischen den Brüsten, und die hintere am Rücken zwischen den Schulterblättern. Im Gesicht gibt es vermehrt ekkrine Schweissdrüsen in der sogenannten T-Zone (das ist der Bereich, der die Stirn, Nasenrücken, Oberlippe und Kinn umfasst). Ein erwachsener Mensch scheidet unter normalen Bedingungen in der Regel durchschnittlich etwa 0,5 bis 1 Liter Schweiss pro Tag aus. Unter extremen Bedingungen (z.B. tropisches Klima, Leistungssport) sowie bei Hyperhidrose können es weit mehr, bis zu zehn Liter pro Tag sein.
Wir fokussieren uns im Weiteren auf die primäre Hyperhidrose, also auf das unverhältnismässig starke Schwitzen, das nicht die Folge einer anderen Erkrankung ist und das ohne ersichtliche Verursachung auftritt. Ist eine übermässige Schweisssekretion hingegen die Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, d.h. wird sie erkennbar durch andere Umstände verursacht, so sprechen wir von einer sekundären Hyperhidrose, der man nur beikommen kann, indem die auslösenden Faktoren bzw. die Krankheit selber bekämpft wird.

Typisierung der primären Hyperhidrose

Eine primäre Hyperhidrose tritt meistens fokal auf, d.h. das übermässige Schwitzen reduziert sich auf ganz bestimmten Körperstellen. Tritt sie am gesamten Körper auf, so sprechen wir von einer generalisierten Hyperhidrose. Die generalisierte Form, bei der am gesamten Körper vermehrt geschwitzt wird, ist relativ selten und auch ziemlich schwer zu behandeln. Bei den fokalen Ausprägungen der Hyperhidrose sind vor allem die Achseln, die Hände, die Füsse oder das Gesicht betroffen.
Wir typisieren die fokale primäre Hyperhidrose also den Körperzonen nach in:
  • die Hyperhidrosis axillaris, das extreme Schwitzen unter den Achseln
  • die Hyperhidrosis palmaris, das gesteigerte Schwitzen an den Handflächen
  • die Hyperhidrosis plantaris, das übermässige Schwitzen der Füsse
  • die Hyperhidrosis facialis, das verstärkte Schwitzen im Gesicht (sowie am Kopf).

Andere Formen von Schwitzen

Schliesslich gibt es auch Sonderformen wie Nachtschweiss, das Schwitzen am Rücken oder an der Leiste, gustatorisches Schwitzen oder die Bromhidrose. Weiterhin gibt es auch die gegenteilige Form, das verminderte Schwitzen (Hyperhidrose), das graduell bis hin zur Anhidrose geht, dem Unvermögen Schweiss auszusondern.