DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99
08.03.2019

Reduzierung am Mons Pubis (Venushügel) – ein immer öfter durchgeführter Eingriff

Es lässt sich feststellen, dass in der auf Äusserlichkeiten bedachte Öffentlichkeit neue Modetrends zunehmend an bisher weniger beachteten Körperstellen gesetzt werden, und dass dabei Körperformen ins Blickfeld geraten, deren Ausprägung vorher nur wenig Beachtung beigemessen wurde. Zwar ist das Schönheitsideal immer schon einem zeitlichen Wandel unterworfen gewesen, doch hat sich der Zeitgeschmack im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte und Jahrzehnte eher langsam gewandelt. In heutiger Zeit ändert sich das, was „in“ ist, immer rasanter. Dass es nun Mode wird, auch einzelnen Körperpartien ein ganz bestimmtes Aussehen zu verleihen, ist eine neuere Entwicklung - und nicht Wenige sind gewillt, sich dem Zeitgeist auch diesbezüglich in der einen oder der anderen Form anzupassen. Die Aufmerksamkeit des Publikums richtet sich auf neue Körperteile, die (vorübergehend) richtungsweisende Bedeutung erhalten, bei denen die Idealvorstellungen neu definiert werden. Solche Körperpartien geraten dann fast zwangsläufig auch in den Fokus der auf ein gefälliges Aussehen bedachten Frauen, die sich dem Diktat der Mode beugen und sich die Frage stellen, ob sie den neuen Idealen auch genügen, oder ob Nachbesserungsbedarf besteht.

Der Venushügel - eine neue Vorzeigeregion?

So ist nun auch der Venushügel oder Mons Pubis, die Partie über dem Schambein, in den Gesichtskreis der Trendsetter geraten. Ein flacher, möglichst wenig ausladender und nur leicht gewölbter Venushügel gilt seit kurzem als besonders erstrebenswert; ein üppiger Schambeinhügel hingegen widerspricht der neuen Idealform und gilt als wenig attraktiv. Das inzwischen bei jungen Menschen zur Regel gewordene Entfernen der Körperhaare im Intimbereich, einhergehend mit einer immer knapper werdenden Bademode bei jungen Frauen führen dazu, dass der Venushügel gerade in der Sommerzeit besonders den Blicken der Betrachter ausgesetzt ist. Der im Normalfall ab der Pubertät „bewaldete“ Hügel des Venus, durch die Rasur nun im Regelfall kahl (spitze Zungen nennen einen solchen Mons ironisch „schamlos“), wird in seinen Konturen besser sichtbar. Die Bereitschaft steigt, ihn auch vorzuzeigen sofern er vorzeigbar ist. Offensichtlich wird der Wunsch nach einem wohlgeformten Mons Pubis auch dadurch gesteigert, dass dieser Körperteil in den Sozialen Medien präsent ist. Oder auf Titelblättern von Lifestyle-Magazinen in seiner idealen, flachen Form abgebildet wird, oft zumindest halb entblösst. Inwieweit die Formen, die hier zu bestaunen sind, mit ästhetischen Kriterien gemessen werden können, mag dahingestellt bleiben, zumindest kann die neue Trendform allerdings zu Nachahmung reizen. Sich einen extra flachen Venushügel anzutrainieren ist ohne zusätzliche Mittel aber nahezu unmöglich.

Was wird bei einer Reduzierung am Mons Pubis unternommen

Der Schambeinhügel, bei Frauen auch Venushügel genannt, wölbt sich über dem Schambein (os pubis). Es ist ein Bereich, der reich an Unterhautfettgewebe ist. Bedingt durch die genetische Veranlagung ist die Tendenz jeweils individuell unterschiedlich vorhanden, in wie hohem Masse in dieses Fettgewebe Körperfett einlagert wird. Wurde es, bei guter Ernährungslage, einmal relativ prall mit Fett anfüllt, so lässt sich der volle Fettspeicher nur äusserst schwer durch Diät oder Sport wieder in flachere Formen bringen, denn in dieser sogenannten Problemzone halten sich die einmal angesetzten Fettpolster sehr hartnäckig. Nun ist der Venushügel aber eine gut abgegrenzte, überschaubare Region, bei der man Fettgewebsmasse relativ leicht absaugen kann. Die Fettabsaugung in dieser Zone hat inzwischen auch einen Namen erhalten, sie wird sinnigerweise „Monsplasty“ genannt. Mittels Liposucion ist es möglich, das Volumen dieses Bereichs deutlich zu reduzieren und dem Schambeinhügel dadurch auch eine bestimmte Form zu geben. Nicht bei jeder Frau ist es jedoch möglich, den Venushügel flach aussehen zu lassen, denn sein Aussehen hängt massgeblich auch von der Ausformung des darunterliegenden Schambeins ab. Allein schon der Anatomie wegen kann somit nicht jeder Wunsch nach einem flachen Schambeinhügel erfüllt werden.

Wie verläuft die Fettabsaugung am Venushügel ab?

Wie bei jeder Liposuction erfolgt vor dem Eingriff zunächst eine ausführliche Beratung sowie eine Voruntersuchung, von deren Ergebnis es abhängt, ob eine Volumenreduktion am Venushügel überhaupt möglich bzw. sinnvoll ist. Entschliesst man sich für die Fettabsaugung, so wird die abzusaugende Region aufgezeichnet und das voraussichtliche Ergebnis visualisiert. Die Absaugung selber erfolgt unter Lokalanästhesie oder im Dämmerschlaf, im Tumeszenz-Verfahren mittels Vibrationslipolyse, und sie dauert etwa eine bis zwei Stunden. Der Operateur wird danach trachten, einerseits sehr behutsam vorzugehen um nicht unnötigerweise Gefässe zu verletzen (was zu unerwünschten Hämatomen führen kann). Andererseits sind gerade zur Auslösung einer möglichst guten Hautstraffung bewusst herbeigeführte kleine Verletzungen in der Dermis notwendig, um die Kollagenneosynthese anzuregen. Das Können und auch die Erfahrung des Operateurs sind hier also besonders gefragt. Nach dem Eingriff kann die Patientin wieder nach Hause gehen. Ein anschliessender Arbeitsausfall von etwa drei Tage sollte eingeplant werden. Ausserdem ist es ratsam, in der ersten Zeit auf körperliche Anstrengung und Sport zu verzichten.

Welches sind Ergebnisse, welches die Risiken?

Die Ergebnisse sind durchaus gut bis sehr gut, und vor allem sind sie dauerhaft, weil abgesaugtes Fettgewebe nicht nachwächst. Das Resultat stellt sich aber nicht sofort ein, sondern wird erst nach und nach sichtbar. Wer also im Sommer mit einem abgeflachten Mons Pubis auftrumpfen möchte, tut gut daran, die Fettabsaugung bereits zu Jahresbeginn vornehmen zu lassen. Weil es sich um einen operativen Eingriff handelt, muss mit den gängigen Risiken gerechnet werden: mit Schwellungen, Hämatome, Gewebsverhärtungen. Unerwünschte Dellen werden zumeist nur dann entstehen, wenn bei Fettabsaugung unsachgemäss vorgegangen wurde. Über die gängigen Risiken hinaus (die bei jeder Liposuction unvermeidbar sind), muss bei einem Eingriff in dieser sehr sensiblen Körperzone mit zusätzlichen, möglichen Nebeneffekten gerechnet werden. Schwellungen und Hämatome können relativ ausgeprägt sein, und Beschwerden sind manchmal langwieriger als an anderen Absaugstellen. Einblutungen können sich ausserdem bis in den Bereich der Schamlippen ausbreiten. Vereinzelt kann es zu Sensibilitätsstörungen kommen, die in der Regel zwar bald zurückgehen, im Extremfall aber bis zu einem halben Jahr anhalten könnten.