DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Durch Lippenbehandlung zu einem sinnlich-üppigen Mund

Bei Frauen allen Alters lässt sich eine zunehmende Tendenz zur sinnlich-üppigen Mundform beobachten. Erreichen lässt sich ein sinnlich-üppiger Mund durch Lippenaufpolsterung bzw. durch Lippenunterspritzung. Solche Eingriffe werden in der kosmetischen Dermatologie inzwischen immer häufiger vorgenommen.

Wichtig ist dabei, die Form der Lippen so zu gestalten, dass sie zum Gesicht passt! Weniger kann dabei mehr sein! Denn erhielte der Mund die Form eines Schlauchboots, dann würde er keine Zierde sein sondern das Gesicht eher entstellen.

Das Hautgewebe der Lippen ist einer permanenten mechanischen Beanspruchung durch Sprechen oder beim Essen ausgesetzt. Lippen sind durch die Muskelaktivität andauernd in Bewegung, und darum ist ihre Beschaffenheit auch anders als die des restlichen Gesichtsgewebes. Der ständige Druck auf das Weichgewebe beansprucht die Lippen. Ihre Schleimhaut kann weniger Feuchtigkeit binden als die normale Haut. Darum neigen Lippen auch stärker dazu, auszutrocknen (zu dehydrieren). Zusätzlich enthält die Lippenschleimhaut auch weniger Drüsen als die restliche Haut. Dafür ist die Nervendichte hier besonders hoch, was Lippen zu einem sensiblen, sehr empfindlichen Organ macht. Bei ihrer Behandlung müssen die Lippen daher richtig betäubt werden. Eine Betäubungscreme, wie sie in vielen Gesichtsarealen bei kleinen Eingriffen eingesetzt wird, reicht hier nicht aus.

Lippen sind besonders gut durchblutet. Das Injizieren in diesen Bereich ist anspruchsvoll, denn das Einstechen der Nadel kann leicht zu blauen Flecke und Hämatomen führen. Auf Krafteinwirkung oder auch auf die Injektion können Lippen ziemlich unberechenbar reagieren, z.B. können sie schnell auch erheblich anschwellen. Die Hyaluronsäure wird nicht in die sehr dünne trockene Schleimhaut, sondern in die faltige Schleimhaut des Lippenrots injiziert.

Mit voranschreitender Alterung nimmt Muskelmasse im Gesicht ab, im Kieferbereich kommt es zu Verlusten an Masse bei Knochen und Weichteilen. Überhaupt schwindet die Gesichtshaut, sie atrophiert, bildet sich zurück. All diese Veränderungen führen zu sichtbaren Umbildungen auch in der Mund-Lippenregion. Die Lippen altern ebenso wie die anderen Gesichtsteile. Man sieht das daran, dass der sichtbare Bereich des Lippenrots kleiner wird, der Amorbogen an Ausprägung verliert (er "verstreicht"), und die Lippenrotgrenze (die sogenannte "White Roll") zusehends verflacht. Rund um den Mund bilden sich nach und nach feinste Lippenfältchen, die sogenannten Raucherfältchen oder Perioralfältchen. Und durch die starke Muskelaktivität rund um den Mundbereich prägen sich Marionettenfalten aus.

Solche sichtbaren Veränderungen im Bereich des Mundes bringt der Betrachter leicht mit einer mürrischen Grundhaltung, mit schlechter Laune und Verbitterung in Verbindung. Über Behandlungsmöglichkeiten dieser Veränderungen im Mundareal (Raucherfältchen, Lippenfalten, schmale Lippen, trockene Lippenschleimhaut) können Sie sich unter dem Link "Lippenaufbau" weiter informieren.

Oft wird nur ein leichter Aufbau der Lippenkontur gewünscht. Weil aber mit fortschreitendem Alter auch die Lippe selber kontinuierlich an Volumen verliert, wachsen die Oberlippenfältchen verstärk, sodass der Lippenstift dann nicht mehr richtig aufgebracht werden kann. Durch einen gezielten Aufbau der sogenannten Paris Lips kann man dieser Entwicklung entgegenwirken.

Bei einer Behandlung der Oberlippenfältchen ist es zumeist sinnvoll, im Vorfeld die Lippenkontur mit Füllmaterial nachzuziehen. Anderenfalls kann es passieren, dass die Lippenfalten 1 – 2 Monate nach der Faltenbehandlung wieder sichtbar werden.