DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Die Beseitigung von Dellen bei Cellulite

Cellulite mit tiefen Dellen: Die zu behandelnden Stellen werden angezeichnet.Cellulite, oder im Volksmund zu Deutsch auch Orangenhaut, ist keine Krankheit sondern allein ein ästhetisches Problem, das ausschliesslich Frauen betrifft. Denn dieses typische Hautbild, das an die Oberflächenstruktur einer Orange erinnert, hat mit der speziellen, geschlechtsspezifischen Beschaffenheit der weiblichen Haut, ihrem Aufbau und ihrer Struktur zu tun. Auch hat das weibliche Geschlechtshormon Östrogen sowie die regelmässigen Schwankungen des Hormonspiegels bei Frauen einen Einfluss auf die Elastizität der Bindegewebsfasern ihrer Haut. Im Vergleich zur männlichen enthält die weibliche Haut mehr Unterhautfettgewebe, sie ist dünner und lässt sich wesentlich leichter dehnen, weil sie insgesamt eine weniger feste Bindegewebsstruktur aufweist. Dies ist genetisch verankert und schützt sie bei einer Überdehnung (z.B. infolge von Schwangerschaften) vor dem Zerreissen. Eine unliebsame Folge der Dehnbarkeit ist allerdings ihre geringere Festigkeit: Tiefer unten liegende Fettzellen können durch die Bindegewebsschicht hindurch nach aussen durchstossen und führen dann zu diesem, nur bedingt ästhetischen Hautbild, das wir als Cellulite kennen.

Was verursacht Cellulite?

Mit einem speziellen Skalpell wird das Bindegewebe unter den Dellen gelöst, danach erfolgt die Unterspritzung der Dellen mit Eigenfett.Cellulite entsteht durch die typische Neigung der weiblichen Haut zu einer leichten Bindegewebsschwäche, gepaart mit der Anlage zu einem vermehrten Ansetzen von Unterhautfettgewebe. Bei einer minder guten Hautdurchblutung kommt es zu Stauungen des Lymphe-Rückflusses, wobei sich der Druck in der Unterhaut leicht erhöht. Dies hat zur Folge, dass sich einzelne Fettkammern des Unterhautfettgewebes lösen und durch das Bindegewebe hindurch nach aussen, in Richtung Epidermis gepresst werden. Die ehemals glatte Struktur der Haut erhält dadurch einerseits leichte Unebenheiten und Beulen, andererseits leichte Vertiefungen und Dellen. Diese Hautstrukturen treten zumeist an Oberschenkel und Po auf und sind stark abhängig von der genetischen Veranlagung sowie von den individuellen Voraussetzungen der betroffenen Frau. Das Erscheinungsbild der Cellulite ist somit nicht einheitlich, sondern es kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. So können die Erhebungen und Dellen sehr unterschiedlich in ihrer Grösse, Anordnung, Dichte und ihrer Ausprägung sein. Haben die Dellen einen relativ grossen Durchmesser, etwa von mehr als einem Zentimeter, so liegen ihre Ursachen zumeist in den senkrecht zur Hautoberfläche verlaufenden Bindegewebssträngen, die verkürzt sind und die verhindern, dass sich das darunter liegende Fettgewebe gleichmässig wölben kann.

Wie prägt sich Cellulite aus?

Vorher / Nachher: Zwei Wochen nach Behandlung der Cellulite.Cellulite kann bereits bei jungen Frauen auftreten, die erst Anfang 20 sind, doch wird dieses Hautbild meistens erst im Alter ab etwa 30 zu einem Ärgernis bei vielen Vertreterinnen des weiblichen Geschlechtes, die etwas auf ihr Äusseres geben. Wie schon erwähnt, hängt das individuelle Erscheinungsbild der Cellulite von vielen Faktoren gleichzeitig ab. Zu Beginn einer im Entstehen begriffenen Cellulite weist das Hautrelief von der Ausdehnung und auch von der Höhe her nur kleine Unregelmässigkeiten auf. Sind die Dellen bei einem Kneiftest sichtbar, so ordnet man die Cellulite in die Stufe eins ein. Bei Stufe zwei, einer mittelgradigen Cellulite, sind Dellen im Stehen, jedoch nicht im Liegen sichtbar, und bei Stufe drei kann man die Dellen auch im Liegen erkennen. Je grösser der Durchmesser einer Delle wird, umso stärker ist diese in Abhängigkeit zu den kollagenhaltigen fibrösen Septen zu sehen, die ähnlich einem Gummiband die Haut im Bereich der Delle daran hindert, dem Druck des Unterhautfettgewebes in gleichem Masse nachzugeben wie das im benachbarten Bereich der Fall ist.

Wann kommt die Behandlung zum Einsatz?

Das Unterhautfettgewebe ist von sogenannten bindegewebigen Strängen durchzogen, die parallel zur Hautoberfläche gitterartig verlaufen. Wie schon gezeigt, werden infolge der geringen Festigkeit dieses Bindegewebes die Fettgewebeansammlungen der Unterhaut durch den im Gewebe aufgebauten Druck in unregelmässiger Art und Weise in weiter oberflächlich liegende Bereiche hinausgestossen. Wir haben aber auch gesehen, dass es bindegewebige Stränge gibt, die in senkrechter Richtung zur Hautoberfläche verlaufen. Sind diese in bestimmten Arealen verkürzt (z.B. auch weil sie östrogenabhängig unterschiedlich reagieren), so bilden sich mitunter auch grossflächige Dellen. Die behandlung setzt nun genau hier an: Werden diese fibrösen Septen, die die Haut im Dellenbereich nach unten ziehen, durchtrennt, so kann sich die Haut dieses Areals wieder gleichmässig heben. Indem ihre Ursache ausgeräumt wird, verschwindet auch die Delle selber.

Wie wird bei der Behandlung vorgegangen?

Vorher / Nachher: Zwei Wochen nach Behandlung der Cellulite. Etwa sechs Wochen nach dem Eingriff sind die Hämatome abgebaut und die behandelten Regionen abgeheilt.Bei dieser Behandlungsmethode fliessen Erfahrungen ein, die in der Dermatologie im Verlauf der letzten über dreissig Jahren mit dem Kappen von Bindegewebesträngen gemacht wurden. Dabei wurde ein bewährtes Vorgehen nun zu einer präzisen, ausgefeilten Methode weiterentwickelt. Das Prinzip besteht darin, die Dellen erst zu lokalisieren, sie dann (in liegender Lage der Patientin) mit einem Vakuumaufsatz mittels Unterdruck anzusaugen und in eine bestimmten Höhe (zumeist 0,6 cm) anzuheben, damit die senkrecht verlaufenden, bindegewebigen Stränge gedehnt werden. Mit einem speziellen Gerät, das aus einer scharfen Nadel besteht, werden die verkürzten Bindegewebsfasern und fibrösen Bänder nun kontrolliert gelöst, d.h. sie werden durchtrennt. Die Haut wölbt sich nun wieder gleichmässig auch im dem Bereich, wo vorher die Delle war.

Wie verläuft die Behandlung?

Im Vorfeld einer Behandlung findet immer eine Untersuchung statt, bei der geprüft wird, inwieweit die Methode angewendet werden kann. Diese Behandlungsmethode eignet sich speziell zur Beseitigung von grösseren bis grossen Dellen, die sich gut abgrenzen lassen. All die Dellen, die behandelt werden sollen, werden mit einem Stift genau markiert. Die im Anschluss ambulant durchgeführte Behandlung erfolgt unter Lokalanästhesie und dauert, je nach Grösse des zu behandelnden Areals bzw. je nach Anzahl der zu beseitigenden Dellen, etwa ab 45 Minuten bis zu etwa anderthalb Stunden. Der minimal-invasive Eingriff ist relativ schmerzarm. Nach Behandlung wird eine Kompressionshose angelegt. Die Patientin kann anschliessend nach Hause gehen und in der Regel noch am gleichen Tag ihre gewohnten Tätigkeiten ausführen. Lediglich auf körperliche Belastung und Sport sollte etwa ein bis zwei Tage verzichtet werden.

Welches sind Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen?

Nach einer Behandlung ist die Ausfallzeit sehr gering, denn die Erholungszeit danach ist nur kurz. Nebenwirkungen, die die Patientinnen daran hindern könnten, am Folgetag ihren geregelten Tätigkeiten nachzugehen, sind nicht zu erwarten. Auch sind keine erhöhten Risiken mit dieser Behandlung verbunden. Häufigste Nebenwirkung sind Hämatome („blaue Flecken“), die sich nur selten vermeiden lassen. Je nach Grösse und Ausprägung bilden sie sich unterschiedlich schnell zurück. Die Haut im behandelten Areal kann vorübergehend empfindlicher werden. Auch Spannungsgefühle können auftreten. Die leichten Schmerzen nach einem solchen Eingriff klingen schnell wieder ab. Allenfalls beim Drücken auf die behandelten Stellen können noch eine Zeitlang Schmerzen auftreten.

Wie sind die Ergebnisse dieser Behandlung?

Laut Umfragen ist nach einer Behandlung der weitaus überwiegende Anteil der behandelten Patientinnen mit den Ergebnissen zufrieden. Die Resultate der Behandlung sind bereits nach etwa drei Tagen sichtbar. Die Cellulite geht in den behandelten Zonen sehr deutlich zurück. Das Ergebnis wird zumindest etwa drei Jahre anhalten, meistens jedoch noch länger. Je ausgeprägter die Celullite vorliegt, umso deutlicher sind auch die Ergebnisse. Bei einer nur mittelgradigen oder leichten Cellulite sind jedoch andere Behandlungsvarianten gegebenenfalls die geeignetere Alternative.

Was ist das Besondere an der Methode?

Mit dem Durchtrennen der fibrösen Septen, die das wellige Hautbild und die Dellen bei ausgeprägter Cellulitis auslösen, lässt der Zug auf die Bänder nach, und die Haut kann in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Ein Allheilmittel gegen Cellulite ist gleichwohl auch diese nicht, denn gegen eine nur gering ausgeprägte Orangenhaut, die sich allenfalls im Hautprofil bemerkbar macht, ist sie nicht einsetzbar.