DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Mit welche Behandlungsmethoden gegen Hyperhidrose vorgegangen werden kann

Wer unter verstärktem Schwitzen leidet, sollte zunächst einmal durch einen spezialisierten Arzt abklären lassen, ob eine Hyperhidrose vorliegt. Sofern beim Stellen der Diagnose eine Hyperhidrose erkannt wird, ist im Zuge der Untersuchung auch festgestellt worden, um welchen Schweregrad es geht und wo die fokalen Zonen liegen. In Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen wird dann auch die Art der Behandlung auszuwählen sein. Dabei richtet sich die Auswahl der Behandlungsweise sowohl nach dem Schweregrad (bzw. den Stufen 1 – 3), als auch nach den Zonen und Arealen, an denen übermässig stark geschwitzt wird.

Die einfachen Mittel

Liegt eine nur gering ausgeprägte Hyperhidrose vor, so wird man es zu Beginn mit einfachen Mitteln versuchen, die dazu beitragen können, dass möglichst wenig Anlass zum Schwitzen gegeben wird. Dazu gehört die Wahl der Kleidung, die der jeweiligen Aussentemperatur angepasst werden muss, und die möglichst luftig sein sollte. Die Textilien sollten ebenfalls gezielt ausgewählt werden, am besten helle und weit geschnittene Bekleidungen aus Naturfasern, in mehreren dünnen Schichten übereinander getragen. Auch gibt es spezielle, funktionelle Textilien, mit denen sich der Schweiss für eine gewisse Zeit aufhalten lässt, bzw. die ihn gut aufsaugen. Das Schuhwerk sollte im Sommer offen und leicht sein. Generell sollten Schuhe aus Leder oder anderen Naturmaterialien und nicht aus synthetischen Stoffen sein.
Dazu ist die Hygiene wichtig, wobei aseptische Seife hilfreich gegen ein Geruchsproblem ist. Ausserdem kann die Umstellung von Lebensgewohnheiten dazu beitragen, dass sich das Schwitzen in Grenzen hält. Ein gesunder Lebensstil, der Verzicht auf Alkohol, Koffein und Nikotin, ausgewogene Ernährung und Reduzierung von Übergewicht (sofern vorhanden) können viel bewirken.

Zusätzliche, erweiterte Massnahmen

Ab Stufe 2 einer Hyperhidrose müssen jedoch zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung der Schweisssekretion getroffen werden. Zu nennen wären als erste die konservativen Behandlungsmethoden. Sie können zusätzlich zu den oben beschriebenen Hausmitteln eingesetzt werden, und es ist durchaus möglich, gleichzeitig auch mehrere dieser Methoden parallel anzuwenden.
Deodorantien und Antiperspirantien beruhen auf äusserlich aufgetragenen Substanzen, die die Schweissdrüsenkanäle verstopfen und den Austritt des Schweisssekrets verhindern oder zumindest eindämmen. Die Iontophorese ist eine Methode, die besonders beim Schwitzen an den Extremitäten, den Händen und Füssen, geeignet ist. Allerdings muss man dabei Geduld und Ausdauer mitbringen, denn die Wirkung stellt sich erst langsam ein. In den letzten Jahren wurden speziell gegen Hyperhidrose wirkende Medikamente entwickelt, die gute Resultate bringen, die jedoch nicht ganz nebenwirkungsarm sind. Eine weitere konservative Methode besteht in dem System miraDry, dessen Wirkungsweise darin besteht, dass Schweissdrüsen gezielt mit Mikrowellen behandelt werden, wobei sie durch die freigesetzte Energie in Form von Hitze dauerhaft zerstört werden. Auch die Lasertherapie beruht auf ein ähnliches Funktionsprinzip, also letztendlich auf eine Ausschaltung der Schweissdrüsen durch Thermoeffekte.

Gezielte Therapieformen gegen Hyperhidrose

Eine sehr effiziente Behandlungsmöglichkeit gegen Hyperhidrose ist das Unterspritzen der befallenen Regionen mit Botulinumtoxin. Der Nachteil besteht unter anderem auch in der relativ kurzen Wirkungsdauer. Wesentlich effektiver, doch nur gegen das Schwitzen in den Achselzonen einsetzbar, ist die Saugkürettage, wobei die Schweissdrüsen ähnlich wie bei Liposuction abgesaugt werden und zusätzlich der komplette Behandlungsbereich ausgeschabt wird, so dass ein Grossteil von ihnen dauerhaft entfernt werden. Das operative Herausschneiden der Schweissdrüsen (Schweissdrüsen-Exzision) wird heutzutage nur noch selten eingesetzt, auch wegen unliebsamen Begleiterscheinungen (Narben, Einschränkung der Armbewegung). Eine weitere, ebenfalls operative Methode besteht in der Sympathikus-Blockade, bei der die Weiterleitung von Nervenimpulsen des vegetativen Nervensystems auf chirurgischem Weg unterbunden wird. Allerdings ist diese Vorgehensweise risikoreich und bringt auch keine zuverlässigen Erfolge. Darum sollte sie allenfalls bei Vorliegen bestimmter schwerer Krankheitsbilder und auch nur als letztes Mittel in Erwägung gezogen werden. Eine Übersicht der gängigen Therapieformen gegen Hyperhidrose ist im nachfolgenden Unterkapitel zusammengestellt.