DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Verjüngung der Haut durch PRP Platelet-Rich-Plasma/Blutplasma/Eigenbluttherapie/Vampir Lift

Eine Verjüngung der Haut lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise erreichen. Ein besonders effektiver Ansatz, eine Auffrischung und Regeneration der Haut in Gang zu setzen, ist die Stimulierung des Wachstums in den unteren Hautschichten durch Stoffe, die der Körper selber herstellt und die im eigenen Blut reichlich vorhanden sind. Dabei handelt es sich um Eiweisse, die das Wachstum anderer Zellen fördern und anregen. Diese sogenannten Wachstumsfaktoren (Zytokine) können dem Blut durch ein spezielles Verfahren – mittels Extraktion und Anreicherung – entnommen werden.

EigenblutabnahmeDazu wird dem Patienten eigenes Blut abgenommen und anschliessend so aufbereitet, dass bestimmte Blutbestandteile (Thrombozyten) angereichert werden. Das Präparat wird zu einem Extrakt verdichtet. Das Ergebnis ist ein thrombozytenreiches Plasma, eine Substanz, die in hochkonzentrierter Form Blutplättchen und Bluteiweisse enthält. Diese Inhaltsstoffe bewirken die Regeneration von Zellen in den unteren Hautschichten. Wird dieses konzentrierte Plasma ins Hautgewebe eingespritzt, regt das die Kollagensynthese sowie die Produktion von Elastin an und führt so zu einer Erneuerung der Hautzellen. Das Verfahren ist medizinisch längst etabliert und nennt sich PRP-Therapie. Der Name leitet sich vom englischen Begriff „Platelet-Rich Plasma“ ab, also dem „plättchenreichen Plasma“.

Seit wann gibt es die PRP-Therapie?

Die Eigenblut-Behandlung zur Regeneration der Haut gibt es bereits seit Anfang der 2000er Jahre. Allerdings war die Methode zu Beginn noch wenig ausgereift und ist erst im Lauf der Zeit optimiert und weiterentwickelt worden. Sensationelle Erfolge konnten damit im Bereich der Sportorthopädie und Traumatologie erzielt werden.

Allerdings wurde die RPR-Therapie in der Sportwelt fälschlicherweise in Zusammenhang mit unerlaubten Dopingmethoden gebracht. Völlig zu Unrecht, denn PRP hat mit der verbotenen Eigenbluttransfusion nichts zu tun. Doping mit Eigenblut beruht auf dem Wirkungsmechanismus, dass vor einem Wettkampf dem Blutkreislauf eine zusätzliche Menge an Erythrozyten (roten Blutkörperchen) zugeführt wird, die dem Körper durch die erhöhte Hämoglobin-Konzentration die Aufnahme einer zusätzliche Menge an Sauerstoff ermöglicht und somit die sportliche Leistungsfähigkeit steigert.

Einsatz im Sportbereich

Bei der PRP-Methode werden allerdings nicht die rote Blutkörperchen, sondern plättchenreiches Plasma zugeführt, jedoch nicht in den Blutkreislauf, sondern direkt ins Gewebe – also ein gänzlich anderes Verfahren. Dennoch wurde die PRP-Therapie auf die Liste der im Sport verbotenen Anwendungen gesetzt. In der Sportmedizin galt eine PRP-Behandlung noch bis 2010 als Doping. Mittlerweile ist das Verfahren jedoch zu Recht von der Dopingliste gestrichen und als medizinische Heilmethode auch im Leistungssport allgemein anerkannt. Bei der PRP-Behandlung handelt es sich demnach nicht um ein leistungssteigerndes Mittel, sondern Ziel einer solchen Behandlung bei Sportlern ist es, mit dem speziell aufbereiteten Inhaltsstoffe des Blutes das Wachstum des Zellgewebes anzuregen und zu beschleunigen. Einem verletzten Sportler kann ein PRP-Extrakt also direkt in den verletzten Muskel oder die beschädigte Sehne gespritzt werden. Wird die Massnahme bis zu fünfmal pro Woche wiederholt, stellen sich meist schon nach zwei bis drei Wochen erste Erfolge ein: Die behandelten Areale sind wesentlich schneller schmerzfrei und können deutlich früher belastet werden.

Wie wird der PRP-Extrakt hergestellt?

Trennung von Plasma durch ZentrifugierenDer PRP-Extrakt für die medizinische Anwendung wird stets aus dem Eigenblut unmittelbar vor dem Einspritzen hergestellt – und zwar direkt in der Praxis. Es wird die benötigte Menge Blut entnommen, das danach in der Zentrifuge bei etwa 1.500 Umdrehungen geschleudert wird, damit die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) sowie das plättchenarme Plasma separiert werden können. Übrig bleibt das thrombozytenreiche Plasma (PRP), das durch erneutes Zentrifugieren weiter konzentriert werden kann, so dass eine mit Thrombozyten angereicherte, gelartige Substanz entsteht.

Das so entstandene Präparat, der PRP-Extrakt, ist nur wenige Stunden haltbar und kann nur zur Eigenbehandlung verwendet werden. Die Thrombozyten haben einen hohen Gehalt an ganz unterschiedlichen Proteinen mit wachstumsregulierender Wirkung (Zytokinen), darunter z.B. die „Epidermalen Wachstumsfaktoren“ (EGF) oder die „Insulinähnliche Wachstumsfaktoren“ (IFG). Diese Wachstumsfaktoren werden in den Thrombozyten aktiviert und freigesetzt.

Der gelbe Überstand ist das PRPNicht nur die Sportmedizin setzt die PRP-Therapie erfolgreich ein. Auch in der Mund- und Gesichtschirurgie sowie der Thorax- oder der Gefässchirurgie findet PRP zunehmend Anwendung, zur Regeneration des Gewebes und zur besseren Wundheilung. Die Ergebnisse belegen in vielen Fällen eine wesentlich raschere Abheilung der Verletzungen oder Wunden, und eine beschleunigte Regeneration des traumatisierten Gewebes. Zwar gibt es noch keine wissenschaftlichen Studien zur Wirkungsweise des PRP, doch sind die Erfolge einer PRP-Therapie eindeutig nachweisbar. Weil es sich um ein relativ einfaches und preiswertes Verfahren handelt, das den Genesungsverlauf in vielen Fällen erstaunlich effizient unterstützt, wird es mittlerweile immer häufiger angewendet.

Wie wirkt die PRP-Behandlung im Bereich der Haut?

Auch in der Schönheitschirurgie und der ästhetischen Dermatologie wird die PRP-Therapie inzwischen mit sehr gutem Erfolg eingesetzt. Je nachdem, in welchem Hautbereich eine Wirkung erzielt werden soll, wird die Substanz in tiefere Regionen der Haut oder direkt unter die Haut eingespritzt, und entfaltet dort eine wundersame, aufbauende und gewebe-regenerierende Wirkung. Es sind die im körpereigenen PRP freigesetzten Wachstumsfaktoren, die das Gewebe, in das sie injiziert werden, chemotaktisch anregen. Dort bewirken und unterstützen sie eine vermehrte Zellteilung der lokal vorhandenen Fibroblasten, der mesenchymalen Stammzellen und der mononukleären Leukozyten. Der Prozess der Kollagen-Neubildung wird somit in Gang gebracht. So wächst und vermehrt sich das Bindegewebe – und erneuert sich quasi von innen.

Ein positiver Begleiteffekt ist die sich gleichzeitig vermehrt bildende Hyaluronsäure, die Gewebswasser bindet und Feuchtigkeit speichert. Die Haut wird voller, Falten werden von innen geglättet und das Hautbild verbessert sich dadurch insgesamt deutlich. Natürlich braucht auch ein PRP-gestützter Wachstumsprozess Zeit - die positiven Effekte sind nicht von heute auf morgen sichtbar. Doch die regenerative Wirkung wird nicht ausbleiben.

PRP Spritzen bereit für die BehandlungBesonders positiv bei der Anwendung der PRP-Therapie ist ausserdem, dass eine allergische Reaktion ausgeschlossen werden kann, da die eingespritzte Substanz ausschliesslich körpereigene, aus dem Blut des Patienten selbst gewonnene Inhalte enthält, auf die der Körper nicht allergisch reagieren kann. Die einzig mögliche, sichtbare Nebenwirkung einer PRP-Behandlung ist allenfalls eine kleine, schnell abklingende Rötung an der Einstichstelle der Injektion selbst.

Die Kombination von PRP mit Eigenfetttransplantation

PRP lässt sich sowohl zum Volumenaufbau im Gesicht als auch zur Eindämmung von Gesichtsfalten wirkungsvoll einsetzen. Anders als bei der Anwendung von Hyaluronsäure-Präparaten oder von Botulinumtoxin, bei der das Ergebnis unmittelbar oder zumindest sehr bald nach dem Eingriff sichtbar ist, wirkt die PRP-Therapie nicht sofort. Die hautverjüngende Wirkung eines durch PRP angeregten Zellwachstums ist erst nach einiger Zeit sichtbar. Wachstum und Regeneration dauern jedoch fort und das Ergebnis wird mit der Zeit immer besser.

Kurz nach einer Eigenblut-Behandlung („Vampirlifting“)Da die Ergebnisse einer solchen Behandlung aber nur langsam sichtbar werden, empfiehlt es sich, die PRP-Therapie mit anderen, ergänzenden Massnahmen zu kombinieren – am besten mit Methoden, die das gewünschte Resultat schneller in Erscheinung treten lassen. Weil PRP eine körpereigene Substanz ist, bietet es sich an, bei einer Kombinationstherapie auf fremde Substanzen (Filler, Botulinumtoxin) zu verzichten und als Aufbaustoff und zur Volumensteigerung der Haut ebenfalls auf  körpereigene Stoffe zurückzugreifen, beispielsweise auf Eigenfett.

Bei der Eigenfett-Behandlung wird das Fettgewebe aus einem anderem Körperbereich entnommen. Dann wird es im Labor der Praxis entsprechend aufbereitet, was etwa eine Stunde dauern kann. Im Anschluss wird das präparierte Eigenfett zum Volumenaufbau in die tieferen Bereiche unter die Haut injiziert. Danach werden die oberflächlicheren Hautschichten mit dem ebenfalls in der Praxis hergestellte PRP zur Regenerierung des Bindegewebes unterspritzt. Das Ergebnis einer solchen Kombinationstherapie ist gleich sichtbar und hat gleichzeitig eine nachhaltige Wirksamkeit.

Womit lässt sich die PRP-Therapie noch kombinieren?

Die beschriebene Kombination von PRP und der Eigenfettbehandlung ist so etwas wie der „Königsweg“ unter den Hautverjüngungsmassnahmen, weil keine fremden und künstlichen Substanzen eingesetzt werden, sondern nur körpereigene Stoffe. Es ist ein Verfahren, bei dem auf maximale Natürlichkeit Wert gelegt wird.

Selbstverständlich lässt sich die PRP-Therapie jedoch auch mit anderen Methoden kombinieren. So ist es im Anschluss an eine Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure als zusätzliche Massnahme vorteilhaft, einen Aufbau der Hautsubstanz mit PRP in Gang zu setzen. Die durch die PRP-Behandlung erzielte regenerative und wachstumsfördernde Wirkung in der Gesichtshaut unterstützt nach und nach die mit Fillern erzielten Effekte und rundet sie ab.

Ebenso gut kann auch eine Behandlung mimischer Gesichtsfalten mittels Botulinumtoxin mit einer PRP-Anwendung kombiniert werden. Auch dabei addiert sich die Wirkung beider Massnahmen im Gesamteffekt. Ein PRP-Aufbau eignet sich auch hervorragend im Anschluss an ein Chemisches Peeling, eine Dermabrasion oder eine Laserbehandlung. Sehr gute Effekte erziele ich in meiner Praxis auch mit einer Kombination von PRP-Therapie und einer Lippenbehandlung. Die Anwendungsmöglichkeiten von PRP im Bereich des Gesichtes sind vielfältig, gerade weil der durch PRP hervorgerufene, unterstützende und verjüngende Effekt sich insgesamt positiv auf das Hautbild auswirkt. Die Gesichtshaut regeneriert sich durch PRP, das Gesicht erhält einen frischen und gepflegten Ausdruck.

Welche Erfolge sind zu erwarten?

Weil die eingespritzten Wachstumsfaktoren nicht schlagartig wirken, sondern vielmehr ein fortlaufender Prozess ausgelöst wird, dessen Auswirkung erst nach und nach sichtbar wird, sind die Erfolge einer PRP-Therapie ohne ergänzenden Massnahmen nicht sofort erkennbar, sondern treten erst nach einer bestimmten Zeit in Erscheinung. Dafür sind die erzielten Ergebnisse jedoch lange anhaltend. Allerdings ist eine regelmässige Wiederholung der PRP-Anwendung zu empfehlen, damit der Prozess der Regenerierung auch anhält und nicht zum Stillstand kommt.

Die Anwendung von PRP-Therapien eignet sich gut für folgende Einsatzgebiete der Ästhetischen Dermatologie:
  • zum Volumenaufbau im Gesicht (kombiniert mit Eigenfettbehandlung)
  • zur Hautstraffung und Faltenglättung
  • zur Lippenvergrösserung
  • zur Verbesserung des Hautbildes im Gesicht und am Hals
  • zur besseren Hautheilung nach Chemischen Peeling, Dermabrasion oder Laserbehandlung
  • zur Anregung des Haarwuchses

Beratung, Therapieplan und Behandlungskosten

Gerne berate ich Sie auf Wunsch auch noch weiter im Detail über die Möglichkeiten und die Anwendungsgebiete einer PRP-Therapie. Selbstverständlich ist eine solche Beratung kostenfrei. Dabei kläre ich Sie auch über etwaige Risiken und Nebenwirkungen auf und ich erläutere Ihnen, welche Ergebnisse Sie, realistisch betrachtet, erwarten können. So können Sie sich eine genaue Vorstellung davon machen, wie die Therapie abläuft und mit welchen Resultaten Sie innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes rechnen können. Wenn sich im Verlauf des Beratungsgespräches herausstellt, dass von Ihrer Seite Interesse an einer solchen Behandlungsmethode besteht, können wir im Gespräch gemeinsam einen Therapieplan abstimmen. So wissen Sie genau, was auf Sie zukommt. Auch die Kosten für eine PRP-Therapie werden im Gespräch genau ermittelt und festgelegt.