DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Das Herausschneiden der axillären Schweissdrüsen – heutzutage eine kaum noch angewendete Technik

Schweissdrüsen verteilen sich über die gesamte Hautoberfläche, doch sind sie in einigen Körperzonen ganz besonders dicht vorhanden. Die radikalste Methode, dem exzessiven Schwitzen bei einer fokalen Hyperhidrose beizukommen, besteht darin, die Schweissdrüsen komplett zu entfernen. Das würde aber nur auf operativem Weg gehen, wobei ganze Hautschichten abgetragen werden müssen, denn punktuell sind die Schweissdrüsen nicht herausschneidbar. Geht man zur Problembehebung aber tatsächlich radikal vor und schneidet in einer bestimmten Zone, in der besonders stark geschwitzt wird, die Dermis (in der sich die Schweissdrüsen befinden) heraus, so behebt man zwar dass Schwitzen in dieser Region, doch sind die zugefügten Verletzungen so gravierend, dass mit ihrer Abheilung einige unliebsame Begleiterscheinungen in Kauf genommen werden müssen. Darum eignet sich diese Methode z.B. nicht für das Schwitzen an den Händen oder an den Füssen. Hingegen ist sie eine Therapiemöglichkeit gegen die Hyperhidrose unter den Achseln (Hyperhidrosis axillaris) – wenn auch inzwischen kaum mehr eingesetzt, da es andere, effizientere und gleichzeitig weniger nebenwirkungsreiche Behandlungsansätze gibt.

Warum eine Exzision nur noch selten durchgeführt wird

Die Methode basiert darauf, im Bereich unter den Achseln die Dermis der Achselhaut grossflächig wegzuschneiden. Die grossen Wundflächen, die dabei entstehen, müssen im Anschluss wieder geschlossen werden: durch Zusammenziehen der Wundränder oder indem Hautlappen aus dem benachbarten Bereich darüber gezogen werden. Nicht zu Umgehen ist dabei eine relativ starke Narbenbildung, die allein schon vom ästhetischen Aspekt her unwillkommen sein kann. Darüber hinaus wird oft eine Kontraktur der Arme und Schultern ausgelöst, denn infolge der Narben wird die Bewegungsfreiheit der Oberarme in gewissem Grad eingeschränkt. Als positiven Begleiteffekt einer solchen Behandlung kann allenfalls die Beseitigung lästiger Achselbehaarung ins Feld geführt werden.

Nachteile überwiegen

Die Exzision der axillären Schweissdrüsen hat nicht allein die Bildung unschöner Narben zur Folge, gepaart oftmals mit der Einschränkung der Schulterbeweglichkeit. Sie ist auch bei der Wundheilung mit gewissen Risiken behaftet. Selbst wenn keine Wundheilungsstörung eintritt, so dauert der Heilungsprozess relativ lange, mit einhergehender Infektionsgefahr sowie mit all seinen weiteren, unangenehmen Begleiterscheinungen.
Heutzutage kommt bei einer Hyperhidrose der Achselgegend in den meisten Fällen die weitaus effizientere und auch nebenwirkungsärmere Methode der Saugkürettage zur Anwendung.