DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Was hilft sonst noch gegen Hyperhidrose?

Sehr geehrter Herr Doktor, was kann ich ausser den Botox-Spritzen gegen mein starkes Schwitzen unter den Achseln unternehmen? Ob es draussen kalt oder warm ist, sind meine Kleider andauernd vom Schweiss durchtränkt. Die Botox-Behandlungen sind nicht billig - auf Dauer kann ich sie mir nur schwer leisten.

Antwort:

Das übersteigerte Schwitzen bei Ihnen ist die sogenannte Hyperhidrosis axillaris. Zuerst sollten mögliche Ursachen ermittelt bzw. ausgeschlossen werden. Nehmen Sie Medikamente ein? Wurde bei Ihnen die Schilddrüse schon untersucht? Seit wann tritt das übermässige Schwitzen bei Ihnen auf? Meistens wird für das starke Schwitzen keine eindeutige Ursache gefunden, die bekämpft werden könnte. Und Sie haben durchaus recht: Botox-Behandlungen können auf Dauer teuer werden.
Als alternative Massnahme gilt eine operative Schweissdrüsenabsaugung, gegebenenfalls kombiniert mit einer Laser-Behandlung. Dabei wird die Anzahl der Schweissdrüsen im Achselbereich so stark reduziert, dass die produzierte Schweissmenge in den Normalbereich abfällt.
Des Weiteren gibt es zur Bekämpfung der Hyperhidrose eine interessante Behandlungsvariante, die Sympathektomie. Dabei wird der Nerv, der mit seinen Impulsen die Schweissdrüsen zur Produktion anregt, im Brustkorbbereich abgeklemmt. Die Folge davon: In der Region, für die dieser Nerv zuständig ist, schwitzt man nun so gut wie nicht mehr. Allerdings kommt es in bis zu einem Drittel der Fälle zur sogenannten Etagen-Verlagerung, das heisst, dass stellvertretend jetzt an einer andern Stelle des Körpers (z. B. an Brust, Bauch, Oberschenkeln, Füssen, Fussrücken) verstärkt geschwitzt wird. Das Problem wird also nicht behoben, sondern es verlagert sich von den Achseln in andere Körperbereiche.
Es gibt zwar auch Medikamente gegen starkes Schwitzen, die Anticholinergika, doch haben diese relativ starke Nebenwirkungen und sind deshalb nur bedingt anzuraten.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Zoppelt