DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

MiraDry® – ein thermisches Verfahren zur Eindämmung der Funktionalität von Schweissdrüsen

Seit 2014 wird ein neues, aus den USA kommendes Verfahren gegen übermässiges Schwitzen auch in Europa eingesetzt. Es das Verfahren miraDry®, eine Thermotherapie, die auf die konservative, nichtinvasive Hautbehandlung mittels Wärmeeinwirkung basiert. Diese Therapie verspricht dauerhafte Erfolge bei Hyperhidrose der Achseln und bei üblem Schweissgeruch (Bromhidrose). Dabei wird die Dermis gezielt elektromagnetischen Wellen (Mikrowellen) ausgesetzt, wobei die Energie in Hitze umwandelt wird und sowohl ekkrine, als auch apokrine die Schweissdrüsen zerstört. So wird die Produktion von Schweiss unterbunden und gleichzeitig auch das Geruchsproblem gelöst, weil Hautbakterien ohne Schweiss auch keine Zersetzungsstoffe bilden können, die den unangenehmen Geruch verursachen.

Wie die Behandlung abläuft

Eine miraDry®-Therapie wird im 2-4 monatigen Abstand durchgeführt und dauert eine halbe bis eine Stunde. Die Behandlung ist schmerzfrei da die Schweissdrüsenregion lokal mit Tumeszenzlösung betäubt wird. Es wird auf die Schweissdrüsenregion ein spezielles Gerät aufgesetzt. Dabei dringen die Thermowellen in genau jene Hauttiefe ein, in denen die Schweissdrüsen angesiedelt sind. Obere Hautschichten werden durch ein Kühlsystem geschützt. Mittels eines Handstückes des miraDry®-Geräts werden die vorher markierten Hautbereiche abschnittsweise behandelt. Einmal zerstörte Schweissdrüsen regenerieren sich nicht, so dass mithilfe dieser Behandlung ein dauerhaftes Resultat herbeigeführt werden kann.

Umfangreiche Erfahrungen gibt es noch nicht

Es handelt sich um eine relativ neue Methode, bei der die Ergebnisse allerdings vielversprechend sind. Der Erfolg hängt davon ab, wie präzise das Gerät arbeitet und wie gut es imstande ist, die Schweissdrüsen gezielt zu zerstören, ohne dabei einen Schaden in der Lederhaut oder der Epidermis anzurichten. Erste Studien belegen eine hohe Erfolgsrate bei Hyperhidrisis axillaris. Inwieweit sich die Therapieerfolge auch bei anderen Formen der Hyperhidrose bestätigen, wird die nahe Zukunft zeigen.

Einsatz allenfalls bei leichter Hyperhidrose

Patienten mit einer leichten Hyperhidrose zeigen schon nach einer Behandlung zufriedenstellende Ergebnisse. Bei mittel bis starker Hyperhidrose muss mit 2 bis 4 Behandlungen gerechnet werden, was den Preis stark erhöht. Während der Behandlung gibt es bei guter Betäubung keine Schmerzen. Nach der Behandlung sind die Schmerzen erheblich und können bis zu 10 Tage andauern. Gegen die Schmerzen gibt es Schmerzmittel. Es gibt ausserdem eine starke Schwellung, darum sollte man für die Zeit unmittelbar nach Behandlung ein paar Tage Urlaub einplanen. Je mehr Energie, bzw. je stärker der Schmerz nach der Therapie, umso besser das Resultat. Oft wird zu wenig Energie angewendet, weil man noch nicht die richtige Erfahrung hat. Diese Behandlung hilft bei starker Hyperhidrose im Achselbereich nicht richtig, so dass danach trotzdem eine Saugkürettage durchgeführt werden muss.