DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99

Behandlung des Schwitzens durch Absaugung der Schweissdrüsen / Saugkürettage

Absaugen der Schweissdrüsen gegen übermässig starken Achselschweiss bei Hyperhidrose

Kurzinformationen

Beratungszeit 30 Minuten
Behandlungszeit 1 Stunde
Anästhesie Lokal / Dämmerschlaf
Risiken Thrombose, Infektion, Gewebeverhärtungen, Dellen, vorübergehende Sensibilitätsstörungen, Wundheilungsstörungen
Arbeitsausfall 7 bis 14 Tage
Kontraindikationen Diabetes, Gerinnungsstörungen, Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen
Sport/Sonne Sport nach 14 Tagen; Sonne nach sechs Wochen
Sichtbares Ergebnis Sieben Wochen
Endgültiges Resultat Nach vier bis sechs Monaten
Haltbarkeit der Wirkung Permanent
Kosten (CHF) 3.600
Das Entfernen von Schweissdrüsen durch Absaugen ist eine inzwischen sehr bewährte Massnahme gegen übermässiges Schwitzen bei Hyperhidrose, z.B. bei starker Bildung von Achselschweiss.

Die Saugkürettage ist eine neuere Behandlungsform und wird eingesetzt bei Patienten, die im Achselhöhlenbereich (Hyperhidrosis axillaris) übermässig viel Schweiss entwickeln. Diese Methode wird erst seit wenigen Jahren eingesetzt, zeigt aber sehr gute und anhaltende Erfolge.

Es ist ein kombiniertes, operatives Verfahren, das eine Kürettage, also eine Ausschabung mit der Liposuction, also Absaugung verbindet. Durch Kombination der beiden Methoden werden die Schweissdrüsen aus dem unteren Lederhautbereich entfern bzw. stark reduziert sowie gleichzeitig auch die Nervenfasern, die zu den Schweissdrüsen führen, gekappt. Das untere Lederhautgewebe der Achselhöhlen wird zu grossen Teilen entfernt bzw. abgesaugt, wobei die Struktur dieser Hautschicht abgewandelt wird. Hierbei muss möglichst radikal vorgegangen werden, damit sich die gewünschten Erfolge einstellen.

Ziel der Behandlung ist die starke Reduzierung des Schwitzens auf das Normalmass herab, oder sogar noch darunter. Dieses wäre erreicht, wenn sich einerseits Achselschweiss nur noch dann bildet, wenn unter den gleichen Bedingungen auch Menschen ohne Hyperhidrose zu schwitzen beginnen würden. Zum anderen darf die ausgesonderte Schweissmenge die Normalgrenze nicht überschreiten, besser jedoch gar nicht erst erreichen. Im günstigsten Fall hört das Schwitzen nach erfolgreicher Behandlung in dieser Region komplett auf, und die Patienten bleiben im Achselbereich auch bei körperlicher Anstrengung oder auch bei seelischer Anspannung trocken.

Mittlerweile ist die technische Durchführung der Saugkürettage ausgereift. Das Verfahren liefert bei ausgefeilter Operationstechnik ausgezeichnete Resultate. Diese Methode ist ein optimaler Kompromiss zwischen Behandlungserfolg (also der deutlichen Verringerung des Schwitzens), der Nachhaltigkeit der erzielten Ergebnisse und den in Kauf zu nehmenden Begleiterscheinungen wie der Narbengrösse und den möglichen Komplikationen für den Patienten. Das Verfahren hat sich etabliert: Die Saugkürettage des Achselbereichs sollte bei einem erfahrenen und versierten Operateur weitgehend unproblematisch ablaufen. Dennoch ist ein Behandlungserfolg stark von der abgewendeten Operationstechnik abhängig, wobei es auch auf kleine Details im Verlauf der Operation ankommen kann.

Operationsverlauf:

Als Anästhesie wird bei Saugkürettage meist das Tumeszenz-Verfahren eingesetzt, doch kann der Eingriff auch unter Vollnarkose durchgeführt werden, wobei in der Regel ein stationärer Aufenthalt aber nicht nötig ist. Am Vorabend und am Morgen der Operation sollte geduscht werden, und das Achselhaar sollte rasiert sein.

An drei bis vier Stellen der Achselregion werden kleine, sogenannte Quaddeln mit einer örtlichen Betäubung gesetzt. Die Haut wird an den betreffenden Stellen möglichst wenig durchtrennt. Wie bei einer Liposuction wird die Auffüllkanüle ins Unterhautfettgewebe eingeführt und das entsprechende Präparat eingespritzt, das ungefähr eine halbe Stunde einwirken muss. Dann wird eine Kürettage durchgeführt. Zuletzt wird die Absaugkanüle eingebracht und die Flüssigkeit sorgfältig abgesaugt. Ist diese Prozedur abgeschlossen, so muss ein Komprimations-Druckverband aus saugfähigem Material angelegt werden, der ein bis zwei Tage getragen werden sollte und regelmässig gewechselt werden kann. Dazu ist zu empfehlen, am Oberkörper ein enges Kleidungsstück anzulegen (z.B. atmungsaktive Sportbekleidung, oder ein Radlershirt), damit es nicht zu einer Serombildung kommen kann. Sport sollte für mindestens vier Wochen nicht betrieben werden, und auf anstrengende körperliche Betätigung ist in dieser Zeit zu verzichten!

Mögliche Komplikationen:

Weil eine relativ kleine Körperregion vom Eingriff betroffen ist, und weil die Hautinzisionen klein sind, verläuft die Wundheilung meistens störungsfrei. Zwar sind all die nach einer Operation möglichen Komplikationen nicht völlig auszuschliessen, doch meistens ist der nachoperative Verlauf beschwerdefrei. Im Bereich der Einstichstellen treten allenfalls kleine Hämatome, Schwellunge sowie gelegentliche Rötungen auf. Im Bereich der Achselhöhlen kann es unter Umständen zu einem länger anhaltenden Taubheitsgefühl kommen, das dann aber komplett wieder zurückgeht.

Die Saugkürettage ist eine ziemlich radikale Massnahme, und darum kann es an der Lederhaut-Unterseite vereinzelt zu Hautschädigungen kommen. Dabei handelt es sich aber meistes nur um einfache Krustenbildungen. Die Krusten fallen nach wenigen Tagen ab. Die Patienten werden vorsorglich auch über die Möglichkeit einer sich bildenden Hautnekrose aufgeklärt.

In sehr seltenen Fällen kann das Lidocain aus der Tumeszenslösung die Achselhöhle langsam durchdringen und das Nervengeflecht des Plexus brachialis erreichen. Dadurch kann das Versorgungsgebiet des Plexus brachialis durch vorübergehende Lähmungssymptome beeinträchtigt werden.

Resultat:

Die Ergebnisse sind fast immer gut bis sehr gut und stellen die Patienten in der Regel mehr als zufrieden. In den sehr wenigen Fällen, in denen das Ergebnis der Saugkürettage nicht befriedigend ausfällt, wird die Behandlung von mir kostenlos ein weiteres Mal durchgeführt, bis das Resultat stimmt.

Hierzu ein Interview von Christian Raulin, Facharzt für Dermatologie, Allergologie und Venenheilkunde in Karlsruhe. Er ist Experte für die Laserbehandlung in der Dermatologie, kosmetisch-ästhetischen Medizin und bei Hyperhidrose (übermässiges Schwitzen).

Zusammenfassung:

Zur Behandlung der Hyperhidrose ist die Saugkürettage aus meiner Sicht zurzeit das effektivste operative Verfahren. Verglichen mit früher eingesetzten operativen Methoden, konnten die zu erwartenden Komplikationen und Beeinträchtigung des Patienten auf ein Minimum verringert werden. Die Rückkehr ins Berufsleben ist bereits nach wenigen Tagen möglich, sofern in den ersten Wochen nach Operation allzu anstrengende körperliche Betätigungen vermieden werden.

Voraussetzung für den Behandlungserfolg bei Saugkürettage ist eine wirklich radikal ausgeführte Ausschabung und Absaugung an der Unterseite der Lederhaut, bei der ausreichend viel Gewebe entfernt wurde.

Um durch die Operation sowohl ein erfolgreiches Resultat zu erzielen, als gleichzeitig aber auch die Komplikationen zu minimieren (z.B. eine Hautnekrose), ist zu empfehlen, diesen Eingriff von einem erfahrenen Arzt durchzuführen zu lassen, der für diese Art von Operationen spezialisiert ist.

Als Alternative zur Saugkürettage bietet sich zur Bekämpfung der Hyperhidrose eine Botox-Behandlung an – eine zugelassene, minimalinvasive Methode. Mehr über diese Vorgehensweise erfahren Sie auf der Info-Seite zur Hyperhidrosebehandlung mit Botulinumtoxin.