DR. MED. MARTIN ZOPPELT
Facharzt für Dermatologie · Venerologie · Zürich · Tel.: +41 44 262 11 99
30.07.2019

Was bei einer geplanten Liposuction beachtet werden sollte

Gegenwärtig leben wir in einer Gesellschaft, in der Nahrungsmittelüberfluss herrscht und dementsprechend viele unserer Mitmenschen überschüssige Pfunde mit sich herumtragen. Durch eine bewusste, gesunde Lebensweise kann einem solchen Problem gut beikommen werden. Ratschläge zu einer kalorienbewussten Ernährung findet man inzwischen überall: An Anleitungen für diverse Diäten und Fitnessprogrammen mangelt es nicht. Zudem weiss heutzutage auch jeder, dass nur dann kein zusätzliches Fett angesetzt wird, wenn der Energiehaushalt ausgeglichen ist: Im Bedarfsfall müssen überschüssige Kalorien durch Sport und Bewegung abgetragen und verbrannt werden. Doch gibt es Situationen, in denen der BMI sich zwar im Normalbereich bewegt, es trotzdem aber Fettpolster gibt, die sich partout nicht abtrainieren lassen. In solchen Fällen kann eine Liposuction Abhilfe schaffen. Dabei geht es bei einer Fettabsaugung keineswegs um eine allgemeine Gewichtsreduzierung durch ein operatives Abtragen von Fettvolumen, sondern primär um die Verbesserung der Körpersilhouette durch punktuelle Verkleinerung von Fettgewebe. Mit Liposuction sollen allenfalls Korrekturen der Körperform stattfinden, indem lästige Fettpolster verkleinert werden.

Wie entstehen Fetteinlagerungen?

Unser Körper verfügt im Normalfall über etwa 30 Milliarden Fettzellen, die vor allem im Unterhautfettgewebe angesiedelt sind. Dabei ist die Verteilung dieses Gewebstypus in den unterschiedlichen Körperregionen bei Frauen etwas anders als bei Männern. Fettzellen reagieren ausserdem nicht nur nach Geschlecht unterschiedlich, sondern ebenso auch nach Körperzonen, in denen sie sich befinden sowie auch auf hormonelle Einflüsse. Individuell gibt es grosse Unterschiede bei der Art und Weise, inwieweit und in welchem Grad sie sich bei Nahrungsüberschuss auffüllen bzw. wie sie sich bei knapper Kalorienzufuhr wieder leeren. Das Ansetzen von Körperfett an verschiedenen Körperteilen geschieht auch nicht gleichmässig, und ist ebenso abhängig vom Geschlecht und von der persönlichen Disposition. So setzen Frauen vermehrt an Oberschenkeln, Hüften, Bauch und Po Fett an, und zwar in der Regel in oberflächennahen Gewebsschichten. Männer hingegen neigen z.B. zum sogenannten Bierbauch, wobei das sich auffüllende Fettgewebe bei ihnen zumeist in tieferen Regionen, unterhalb des Bauchfells liegt. Bei Frauen sind Fetteinlagerungen oftmals hormonell gesteuert, etwa beim sogenannten „Stillfett“ an Oberschenkeln und Hüften, das sich nach Schwangerschaften nur schwer abtrainieren lässt, oder beim „Speckgürtel“, der sich nach dem Klimakterium im Hüft- und Bauchbereich ansetzt.

Wie wird bei Liposuction vorgegangen?

Im Vorfeld zur Fettabsaugung muss das Idealgewicht bereits erreicht sein, denn bei diesem Eingriff geht es allein um die Nivellierung und Beseitigung von unästhetischen Fettansammlungen, die durch Sport oder Gymnastik nicht wegzubringen sind. Entscheidet man sich zur Liposuction, so wird die zu behandelnde Region eingezeichnet und danach in die Unterhaut eine Tumeszenzlöung infiltriert, die die Eigenschaft hat, die zu behandelnden Stellen schmerzunempfindlich zu machen. Sobald nach etwa einer Stunde die Lokalanästhesie wirkt, werden im Fettgewebe mittels einer Kanüle das Fett sowie Fettzellen nach und nach herausgeschält. Das geschieht mit Vibrationstechnik. Dabei muss genau beachtet werden, in welcher Tiefe wieviel an Fettgewebsmasse abgetragen wird. Fettzellen und Fett werden von der Tumeszenzlösung aufgenommen. Die entstehende Emulsion wird zum Schluss abgesaugt. Der ganze Vorgang dauert je nach Region bzw. nach Volumen der abzutragenden Fettmasse von einer halben Stunde bis zu mehreren Stunden. Nach dem Eingriff ist es sehr wichtig, eine Zeitlang ein Mieder zu tragen um den Straffungsprozess in der Haut im behandelten Bereich hinlänglich zu unterstützen. Nur wenn eine Hautschrumpfung in genügendem Umfang stattfindet, ist das Resultat nach einer Fettabsaugung zufriedenstellend. Anderenfalls würden überschüssige Hautlappen das Ergebnis verunstalten.

Was muss bei einer Fettabsaugung im Vordergrund stehen?

Als Facharzt der Dermatologie, habe ich mich im Verlauf von über zwei Jahrzehnten auch auf Liposuction spezialisiert und weiss, dass es zu einer fachgerechten Ausführung viel Übung bedarf. Ich kann nur raten, sich bei einer Fettabsaugung nur einem Arzt anzuvertrauen, der Erfahrung und Kenntnisse auf diesem Gebiet angesammelt hat. Um gute Resultate zu erzielen, sind z.B. ganz bestimmte Behandlungsabfolgen zu beachten. Man muss nicht nur perfekt symmetrisch arbeiten sowie die Übergänge zu benachbarten Regionen verlaufend gestalten, sondern man muss z.B. auch die nachherige Hautstraffung im Auge behalten, sie gegebenenfalls gezielt fördern und auch achten, dass sich keine Hautlappen bilden. Können, Wissen und Erfahrung sind beim Behandler massgebend. Dazu muss er sorgfältig und umsichtig arbeiten. Entscheidend ist aber auch, dass er ein gutes Auge für ästhetische Formen entwickelt hat: Nur wenn das Gefühl für das harmonische Gesamtbild des zu formenden Körpers vorhanden ist, kann das Resultat gelingen. Zu all diesen aufgezählten Voraussetzungen kommt hinzu, dass der behandelnde Arzt nach Möglichkeit die modernste, schonendste Technologie einsetzt und beim Eingriff das kleinstmögliche Risiko eingeht. Selbstverständlich muss einer Fettabsaugung immer ein umfassendes Beratungsgespräch vorausgehen, mit entsprechender Festlegung des Behandlungsziels sowie mit der Aufklärung über bestehende Risiken.